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GENERATION POLO
Deutsch-Polnischer Jugendpresse-Workshop in Krakau, 11. - 21.10.2004
Polsko-Niemieckie Warsztaty Młodych Dziennikarzy w Krakowie, 11. - 21.10.2004
GENERATION POLO << 1
... und weitere
Teilnehmer
Die 45 Protagonisten des Jugendpresse-Workshops in Krakau
2 >> GENERATION POLO
IMPRESSUM
GENERATION POLO enstand im Rahmen
des deutsch-polnischen JugendpresseWorkshops in Krakau/Kraków in Polen
vom 11.-21.10.2004, einer gemeinsamen
Veranstaltung vom VNJ e.V. und der
Jagiellonen Universität Krakau.
An der Veranstaltung nahmen insgesamt
45 deutsch und polnische Nachwuchsjournalisten im Alter von 16 bis 24 Jahren teil.
Diese Broschüre entstand zum
Abschluss des 11-tägigen Workshops zur
journalistischen Übung der Teilnehmer.
Herausgeber:
Brücken schlagen
Wir sind uns immer noch fremd. Polen und Deutsche – das ist ein eigenartiges Verhältnis aus vorsichtiger Annäherung und Argwohn. Ein Beispiel:
Wer bei einer deutschen Autovermietung einen BMW oder Mercedes leiht,
unterschreibt mit seinem Mietvertrag die Verpflichtung, nicht über die
polnische Grenze zu reisen. Es könnte ja sein, dass ein Pole das Auto klaut.
Umgekehrt halten viele Polen die Deutschen immer noch für kleine Eroberer.
Auch nach Polens Beitritt zur Europäischen Union dürfen Deutsche nicht
einfach so Land kaufen. Wohnungen oder Häuser können nur erworben werden, wenn man sofort und dauerhaft einzieht. Die polnische Politik fürchtet,
dass sich sonst wieder deutsche Großgrundbesitzer in ihrem Land breit
machen.
Solche Geschichten zeigen, wie tief die Vorurteile auf beiden Seiten noch
sitzen. Eine Gruppe deutscher und polnischer Jugendlicher hat sich im
Oktober 2004 aufgemacht, die Gräben zu überwinden. Gemeinsam sind
sie durch Krakau gezogen, haben Auschwitz und Warschau besucht. Dabei
sind 32 deutsche und polnische Texte entstanden. Sie beschreiben das
studentische Leben in Krakau, hinterfragen das politische System Polens
oder stellen Menschen vor, die sowohl in Polen als auch in Deutschland
gelebt haben.
In diesem Heft sind die Texte zusammengestellt. Für manche Autoren war
es nicht nur die erste Reise nach Polen, sondern auch die erste journalistische
Erfahrung. So mancher Abend war gefüllt mit harter Redigierarbeit, bevor in
den Krakauer Kneipen die deutsch-polnische Partnerschaft beprostet werden
konnte. Es hat sich gelohnt!
Als die Texte für das vorliegende Heft layoutet wurden, öffnete über den
Grenzfluss Neiße eine Fußgängerbrücke. Sie verbindet die Altstadt des
sächsischen Görlitz wieder mit ihrem polnischen Teil Zgorzelec. Dieses Heft
soll auch eine Brücke sein. Indem es über Dinge und Ereignisse während der
deutsch-polnischen Begegnung berichtet, soll es helfen, Vorurteile abzubauen.
Viel Spaß beim Lesen - Przyjemnej lektury!
Ralf Geißler
Referent
Karel Hudec
Teamleiter Deutschland
Artur Kozuch
Teamleiter Polen
P.S. Beim nächsten mal fahren wir alle mit einem geliehenen BMW nach
Krakau. Dann parken wir in Kazimierz und gehen ein Bier trinken.
Sollte der Wagen hinterher nicht mehr da sein, geht die Runde auf mich.
Verband der Niedersächsischen
Jugendredakteuere e.V. (VNJ)
Postfach 6143, 30061 Hannover
Telefon (0511) 13 88 0
Telefax (0511) 13 88 3
Instytut Dziennikarstwa i Komunikacji
Społecznej Wydział Zarządzania i
Komunikacji Społecznej
Uniwersytetu Jagiellońskiego
ul. Rynek Główny 29, 31-010 Kraków
Organisation der Veranstaltung:
D: Karel Hudec, Joanna Jajte
PL: Artur Kozuch, Irena Szpuler-Durak
Referent & Chef vom Dienst: Ralf Geissler
Layout: Karel Hudec
Fotos: Petra Ertl, Felix Rößger, Anja
Oswald, Konstantin Kleine
Autoren:
Anne Gudurat, Hanna Drimalla, Annika
Bischof, Alexander Kempf, Beate
Thiemer, Katarzyna Pfeiffer, Laura Martin,
Alexander Kuznik, Yuliana Lyuleeva,
Marie Kleine, Konstantin Kleine, Mark
Eylitz, Sarah Fastnacht, Jasmin Werner,
Dagmar Wawrzyczek, Undine Brandt,
Stella von der Embse, Paula Hyzy, Sabrina
Mazzola, Mirjam Masior, Artur Wypych,
Marianna Knap, Wojciech Bojanowski,
Edyta Bieńczak, Alicja Bąk, Magdalena
Duer, Agnieszka Buczek, Katarzyna Witas,
Karolina Pasternak, Ewelina Potocka
Wir danken für die freundliche
Unterstützung der Veranstaltung:
Reisebüro Polenreisen Nürnberg
Polnisches Fremdenverkehrsamt, Berlin
Deutsch-Polnische Gesellschaft in Franken e.V.
Robert-Bosch-Stiftung
Urząd Miasta Krakowa
Urząd Marszałkowski Województwa
Małopolskiego
Thomas Urban, Korrespondent der
Süddeutschen Zeitung
Radio Kraków
Pawel Graś, Abgeordneter
TVP, Fernsehstation Kraków
Katarzyna Żebrowska
Diese Begegnung wurde vom deutschpolnischen Jugendwerk (DPJW) gefördert.
GENERATION POLO << 3
Heiraten, Familie gründen, Arbeiten
Lebensentwürfe polnischer Jugendlicher
Welche Erwartungen haben polnische Jugendliche an ihr Leben?
Welche Ziele verfolgen sie und welche Hoffnungen verbinden
sie mit Europa?
Krakau, früher Nachmittag. Anna und Ola sitzen in einer
Studentenkneipe im Zentrum bei einer Flasche Wodka. Alkohol
ab Mittag ist in Polen nichts Ungewöhnliches. Wahrscheinlich
ist es ihr letztes Treffen für die nächste Zeit, denn Ola wird ab
nächster Woche in Österreich arbeiten. Ola hat ihr Studium der
Kulturplanung bereits abgeschlossen. In Österreich möchte die
25-Jährige ein Jahr lang ihre Deutschkenntnisse ausbauen und
Berufserfahrung sammeln. Dazu wird sie zunächst als AuPair arbeiten, um später mit Hilfe von Freunden eine Stelle im
Kulturbereich zu finden. Dennoch steht für Ola fest, dass sie
nach dieser Zeit in ihre Heimat Polen zurückkehrt. „Ich kann
mir ein Leben außerhalb Polens nicht vorstellen. Hier möchte
ich eine Familie gründen, meine Kinder sollen polnisch werden“,
sagt sie mit Bestimmtheit. Auch Anna verlässt Polen und folgt
ihrem Freund nach England. Bei der 24-Jährigen hingegen ist
eine Rückkehr nicht garantiert. Und das, obwohl ihr ein Job als
Kartographin in Krakau sicher ist – für polnische Verhältnisse ist
das eher ein Glücksfall. Polen hatte im Jahr 2003 mit 41 Prozent
die höchste Jugendarbeitslosigkeit von allen EU-Ländern. In
Deutschland waren es elf Prozent. Damit ist in Polen jeder
zweite Jugendliche unter 25 Jahren ohne Arbeit. Um der Misere
zu entgehen, flüchten viele ins Studium. Laut einer OECDStudie vom Jahr 2002 betrug der Anteil der Studienanfänger
unter den Schulabgängern 62 Prozent. In Deutschland sind es
nur 30 Prozent.
Wie Anna und ihren Freund zieht es viele junge Polen nach England. „Auch meine Lieblingsfrisörin ist jetzt in Großbritannien“,
erzählt die 23-Jährige Sylwia wehmütig. Dennoch muss die
Journalistik- und Germanistikstudentin ein wenig über die Naivität vieler ihrer Landsleute lächeln, die blindlings dem Ruf Tony
Blairs folgen, welcher den Polen 10.000 Jobs versprochen hat. „Sie
erhoffen sich sehr viel davon und wissen überhaupt nicht, dass
sie nur Handwerker da drüben wollen.“ Die hochgewachsene
4 >> GENERATION POLO
Polin, die neben dem Studium für einen Verlag arbeitet, setzt
die Prioritäten anders: „Noch wichtiger als eine gute Arbeit ist
für mich eine Familie.“ Deshalb würde Sylwia nie auf die Idee
kommen, eine Fernbeziehung zu führen. Neben der Angst vor der
Arbeitslosigkeit, die viele junge Polen bewegt, fürchtet sie sich
am meisten davor, allein zu sein. Generell, meint die Studentin,
sei es bei Polen unüblich für eine Anstellung den Wohnort zu
wechseln. Flexibilität ist für sie ein Fremdwort. „Einige meiner
Freunde nehmen lieber eine Stelle in Krakau an, für die sie
überqualifiziert sind, und die nicht ihren Vorstellungen entspricht,
als wegzuziehen.“
Joanna hat Glück im Unglück. Als Ärztin im Praktikum weiß
sie, dass ihr zukünftiges Gehalt in einer staatlichen Klinik 1.000
Zloty nicht übersteigen wird. Das entspricht 240 Euro, und davon
kann man selbst in Polen nicht leben. Trotzdem ist die 25-Jährige
nicht gezwungen, wie viele ihrer Kommilitonen Medikamente
für ein Pharma-Unternehmen zu verkaufen, sondern kann sich in
ihrem schlecht bezahlten Traumjob als Internistin verwirklichen.
Denn Joanna ist verheiratet. Ihr Mann Oleg ist Bauingenieur
und verdient genügend. „Ich bin in einer sehr guten Situation.
Es könnte viel schlimmer sein“, erklärt die junge Frau ernsthaft.
Joanna heiratete bereits mit 20 Jahren. Einerseits bot dieser Schritt
ihr die Möglichkeit, dem Elternhaus zu entfliehen, andererseits
ist die Ehe für eine polnische Frau immer noch eine finanzielle
Absicherung, da Männer grundsätzlich für die gleiche Tätigkeit
mehr verdienen.
Krakau später Nachmittag in einer Studentenkneipe. Anna und
Ola trinken bereits ihren vierten Wodka auf ihre Zukunft im
europäischen Ausland. Za wasze zdrowie Olga und Anna!
ANNE GUDURAT (21), UNDINE BRANDT (24)
Kutscher im Zeitalter der Moderne
Kalter Wind weht über den Platz. Er lässt
Menschen ihre Mützen und Hüte tief in
die Stirn ziehen, die Mäntel zuknöpfen.
Tauben picken zwischen den hastenden
Beinen. Die zwei roten Türme der Marienkirche überwachen majestätisch das
Treiben auf dem Markt. Weiße, herrschaftliche Häuser säumen den Platz
und erinnern an längst vergangene Zeiten. Ein Marktplatz wie auch in jeder
größeren deutschen Stadt. Wenn da nicht
die Kutschen wären.
Altmodisch sehen sie aus, weiß oder
schwarz, mit großen Rädern, und scheinen
nicht in das 21. Jahrhundert zu passen.
Erst recht nicht die Kutscher – was für ein
veralteter Beruf! Wer macht das schon?
Wahrscheinlich nur Versager. Und furchtbar langweilig muss es sein. Oder nicht?
„Meine Freunde sind neidisch auf meinen
Beruf“, erzählt ein Kutscher. Er ist schon
ein alter Mann, hat fast keine Zähne mehr
und viele Falten. Er spricht mit ruhiger und
bedächtiger Stimme, während seine Hände
nicht still halten können und in der Luft
umher wandern. Stehen zu bleiben ist auch
nicht seine Art. Ständig ist er in Bewegung:
Er streichelt seine beiden Pferde, klettert
auf die Kutsche und wieder herunter,
beseitigt Pferdeäpfel oder läuft zur Wasserstelle, um die Eimer der Tiere zu füllen.
Sein Tag beginnt um vier Uhr morgens: Er
steht auf, füttert und putzt seine Pferde.
Zwei Stunden später frühstückt er, bereitet
die Kutsche vor, spannt die Pferde ein
und fährt zum Markt. Dort wartet er auf
Kundschaft – zwei bis fünf Fahrten macht
er am Tag. Für eine Fahrt, während der er
die schönen Plätze der Stadt zeigt, verlangt
er 150 Zloty (etwas weniger als 40 Euro).
Zwischendurch sitzt er auf seinem Kutschbock, versorgt seine Pferde oder isst sein
mitgebrachtes Essen. „Meine Lieblingskunden sind deutsche und norwegische
Frauen“, grinst der Alte und zündet sich
eine Zigarette an, seine Hände sind rau
und schmutzig. „Sie geben meistens mehr
Geld als verlangt“
lieber das Geschehen beobachtet. Der
Kutscher erzählt, dass es seit Mitte des
20. Jahrhunderts Kutscher wie ihn auf
dem Markt gibt. Er entfernt sich dabei,
um eine Decke in der schwarzen, edel
geschwungenen Kutsche mit dem roten
Samt zusammenzulegen.
Der Wind fegt noch immer kalt zwischen
den Häusern hindurch über den Platz und
lässt die vielen Tauben davon fliegen. Die
nächsten Fragen bleiben unbeantwortet –
denn mit der nächsten Böe ist die schwarze
Kutsche verschwunden.
LAURA MARTIN (16)
Früher hat er Baumaterial transportiert.
„Das waren manchmal sechs Tonnen!“
Er konnte nur sechs Stunden in der Nacht
schlafen. „Es war ein härteres Leben als
heute. Ich war unglücklich damals.“ Seine
blauen Augen, die wegen des Windes
tränen, blicken über den Platz.
Er greift einen Eimer und schlurft ohne Eile
zu dem Wasserhahn, während er weiter
redet, und lässt seine Pferde trinken. Seit
1958 arbeitet er mit Damaszek und Jagna.
Damaszek ist ein weiß-brauner Schecke
und beschnuppert neugierig alles und
jeden, während Jagna, ein braunes Pferd,
GENERATION POLO << 5
Einmal Deutschland und zurück
Eigentlich unterscheidet sich Sylwia Swiatek auf den ersten
Blick nicht von den anderen Germanistik-Studenten in Polen.
Kommt man aber als Deutscher mit ihr ins Gespräch, bewundert
man ihr makelloses Deutsch. Der Grund: Sylwia lebte als Kind
von 1988-1991 in Kettenkamp (bei Osnabrück).
Es ist dunkel, das Auto voll beladen mit allem, was mitgenommen
werden konnte. Nach stundenlanger Fahrt haben die Swiateks
die Grenze zwischen Polen und der Deutschen Demokratischen
Republik endlich erreicht: „Ihren Reisepass bitte!“ Die drei
DDR-Zöllner schauen misslaunig in das Auto. Mit sicherem
Blick reicht Malgorzata Swiatek ihren und den Ausweis ihrer
zwei Kinder durch das geöffnete Fenster. Der kalte Wind strömt
in das Innere des Autos und lässt die Insassen frösteln. „Einen
Moment bitte!“ Einer der Beamten wendet sich ab und betritt eine
kleine Grenzbaracke, telefoniert, tritt wieder an das Auto heran.
„Bitte Gepäckstücke öffnen!“
Malgorzata blickt auf ihre kleine Tochter Sylwia und liest in
ihren Gedanken: Was will der Mann? Die Mutter stellt den Motor
aus, öffnet den Kofferraum. Die drei Zöllner greifen nach den
Koffern und öffnen sie auf der Straße. Jeder Pullover, jede Hose
wird herausgenommen, streng kontrolliert und lieblos in den
Koffer zurückgestopft. „Jetzt Ihre Handtaschen!“ Widerwillig
gibt Malgorzata Swiatek ihre Handtasche weg. „Zeig mir mal
deinen Teddy!“ Nur ungern geben Sylwia und ihr vierjähriger
Bruder Bartoyz ihren Rucksack und ihre Spielsachen aus der
Hand. Die Mutter versucht inzwischen, die durchwühlte Kleidung
in den Koffern zu ordnen. Die Männer gehen weg, die Familie
steht fröstelnd neben ihrem Auto. Nach 15 Minuten kommen
die Zöllner wieder und winken die Mutter mit ihren Kindern
durch.
Sylwia hat die Szene noch ganz genau im Gedächtnis: „Ich glaube,
das vergess` ich nie!“ Besonders die Männer mit den großen
Waffen ängstigten die Siebenjährige: „Die sahen so böse aus!“
6 >> GENERATION POLO
Jetzt sitzt die Germansitik-Studentin in einer Krakauer Kneipe,
ein Glas Bier in der einen und eine „Pall-Mall“-Zigarette in der
anderen Hand und plaudert entspannt und lächelnd über ihre
„sehr wichtige und gute Erfahrung“ in West-Deutschland. 1988
beschlossen die Swiateks Polen zu verlassen: „Eigentlich wollten
wir nach Kanada.“ Die Familie hätte dazu einen Englisch-Test
bestehen müssen. „Aber wir konnten ja kaum ein Wort.“ Der
Vater Ryszard flüchtete als erster aus dem kommunistischen
Polen nach West-Berlin. Er lebte dort in einem Ausländerheim
und informierte sich fast täglich bei den Behörden nach einer
vorrübergehenden Aufenthaltsgenehmigung für sich und seine
Familie. „Das war natürlich nicht einfach, denn als politischer
Flüchtling war es sogar im so genannten goldenen Westen
schwer!“ Nach drei Monaten bekam er die Zusage für die
Dokumente. Er zog nach Braunschweig und wartete dort auf
die zeitlich begrenzten Aufenthaltsgenehmigungen. Nach drei
Wochen kann er dann die erlösende Nachricht nach Hause geben:
„Alles okay, ihr könnt kommen!“
Die Straßen sind schlecht und holprig, den alten Fiat Kombi
erschüttert jedes Schlagloch. Bartosz tippt seine drei Jahre ältere
Schwester Sylwia an: „Wie lange dauert es noch, bis wir Tata
(poln. für Papa) wiedersehen?“ Die Siebenjährige blickt fragend
nach vorne, wo die Mutter den Wagen lenkt. „Nicht mehr lange
Schatz, wir sind bald da!“ Der kleine Junge schaut unzufrieden.
„Ich habe Hunger!“ Missmutig dreht er sich weg von seiner
Schwester und sieht durch das Fenster in die Nacht. „Schlaf ein
bisschen, dann vergeht die Zeit schneller!“
Manchmal wirken Tipps von älteren Geschwistern wahre Wunder.
Sylwia presst ihre Zigarettenkippe in den Aschenbecher, führt
das Bierglas zum Mund und erzählt weiter. Nachdem die Familie
wieder vereint war, zogen die vier Personen in eine Sozialwohnung
nach Kettenkamp, einem 2000-Seelen-Dorf bei Osnabrück. „Ich
war drei Tage in Deutschland und musste sofort in die erste
Klasse! Ich konnte kein Wort Deutsch!“ Und doch musste sie
von Anfang an aktiv am Unterricht teilnehmen. Ob das überhaupt
zu schaffen war? „Naja...“, sie lächelt verschmitzt, nimmt einen
Schluck Bier und erzählt aus einer Mischung von Stolz und Scham:
„Wir schrieben an meinem ersten Schultag ein Diktat und ich hatte
nur einen Rechtschreibfehler!“ Bewundernswert.
Verlegen schiebt sie nach: „Es war ja einfach. Wie zum Beispiel:
„Der Hahn macht kikeriki.“ Oder: „Der Hund bellt!“ Trotzdem
waren die Eltern und besonders ihre Lehrerin Inge Biemann sehr
stolz auf die talentierte Grundschülerin. Sylwia lernte schnell, ihre
Lehrerin erklärte ihr viel. „Sie stampfte rum, zeigte nach unten
und sagte: „Boden“. Doch nicht alle Wörter ließen sich so einfach
erklären: „Frau Biemann kaufte sich ein deutsch-polnisches
Wörterbuch, welches von da an immer auf dem Lehrer-Pult lag.
Dennoch wagte ich mich selten, ein Wort zu sagen. Ich nickte oder
schüttelte den Kopf, mehr traute ich mir nicht zu!“ Sie lehnt sich
zurück, lächelt freudestrahlend und sagt: „In Mathe war ich die
Beste. Man musste kaum was sagen, immer nur Zahlen an die
Tafel schreiben.“
Aber nicht nur die Klassenlehrerin half Sylwia, sich in ihrer neuen
Welt zurechzufinden. Viele Dorfbewohner kamen fast täglich mit
gut erhaltenen Kleidungsstücken, Möbeln und Spielsachen zu den
Swiateks. Selbst der Schuldirektor Hans Berkemeyer unterstütze
sie: „Eines Tages kam er mit einem dicken Stapel Bücher in die
Klasse. Er stellte sich vor mich, lächelte und sagte: `Hier, für dich.
Damit du eine sehr gute Schülerin bleibst!´ Ich war sprachlos, er
schenkte mir Bücher!“
neuen, deutschen Sprache. „Los Kinder, noch zwei Minuten,
macht euch fertig!“ Alle laufen hektisch über die Bühne, suchen
ihre Plätze, sprechen ihre letzten Dialoge durch. „Pssst!“ Der
Vorhang öffnet sich, die ersten Sätze werden gesagt. Sylwia liest
sich immer wieder ihren Text durch, kontrolliert sich im Spiegel,
fühlt den leichten Stoß von Frau Biemann: „Los, du bist dran!“
Sylwia atmet tief durch und geht auf die Bühne. Der erste Satz:
Gelungen. Der Zweite: Locker über die Lippen. Doch dann blickt
sie ins Publikum: Alle sehen sie an. Sie sucht nervös Sicherheit
duch Blickkontakt in der dritten Reihe bei ihren Eltern und
entdeckt dort ihre schluchzende und tränenüberströmte Mutter
Malgorzata.
„Damals habe ich das nicht begriffen.“ Das Lächeln ist gewichen,
die Studentin ist ernst geworden. „Meine Mutter verstand nicht,
was ich sagte! Es muss schrecklich für sie gewesen sein, nicht zu
wissen, was das eigene Kind spricht. Sylwia stößt den Rauch der
Zigarette aus.
So kann sie die Freude ihrer Mutter nachvollziehen, als die Familie
1991 von den deutschen Behörden nach Polen zurückge-schickt
wird. „Wir hatten nach drei Jahren endlich die Chance auf eine
dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung, da mein Opa in Pommern
der preußischen Armee gedient hatte.“ Leider habe diese
Bescheinigung als Nachweis für die „Deutschstämmigkeit“ von
Es ist laut, in der Schul-Aula drängeln Eltern und Verwandte
der Schüler. Die achtjährige Sylwia schlinzt durch den Vorhang,
entdeckt ihre Mutter und ihren Vater in der dritten Reihe. Der
kleine Bruder Bartosz sitzt zwischen ihnen. „Na, aufgeregt“,
fragt ihre Freundin Eva-Maria. Was für eine Frage, natürlich ist
Sylwia nervös. Das ist schließlich ihre erste Vorführung in ihrer
GENERATION POLO << 7
Sylwias Familie und das weitere
Leben in Deutschland nicht
ausgereicht. Die Schülerin steht
vor einer schwierigen Situation:
„Ich wollte meine neuen Freunde nicht
verlassen!“ Andererseits war sie gespannt, wie sich Polen seit
der Ausreise gewandelt hatte. Die Familie zieht in Polen wieder
in ihre ehemalige Wohnung. „Ich konnte die Nachbarskinder
zwar verstehen, aber die Antworten auf Polnisch fielen mir sehr
schwer. Sie sprachen Straßen-Jargon, so haben wir in der Familie
nie gesprochen!“ Die Einschulung in Polen wird für Sylwia ein
Fiasko. Die Zeugnisse aus Deutschland wurden nicht anerkannt,
sie soll als 10-jährige in der ersten Klasse beginnen. Nach langen
Diskussionen mit der Schulleitung bekommt sie eine Chance: „Ich
musste am ersten Schultag nach den Ferien eine Prüfung ablegen.
Ich hatte also acht Wochen Zeit zu lernen, was meine Mitschüler
in drei Jahren erarbeitet haben.“ Mathe funktionierte problemlos,
polnisch zu schreiben machte ihr Schwierigkeiten. „Ich hab es
dann aber doch geschafft!“
Es ist laut in der polnischen Grundschule, Sylwia fühlt sich fremd.
Angstvoll läuft die Zehnjährige durch die langen, kalten Flure auf
der Suche nach ihrem Klassenraum. Es klingelt, die Flure leeren
sich, Sylwia steht alleine. Sie läuft vergeblich durch die Schule,
findet nur das Direktorat. Sie klopft an, geht herein, unterdrückt
sich die Tränen als sie sagt: „Ich finde meinen Klassenraum
nicht!“ Die Direktorin geht mit dem Mädchen auf die Suche.
Ihre Stöckelschuhe klappern auf den endlos langen stillen Fluren.
Schließlich gelangen sie an Raum 22, die Direktorin öffnet die
Tür: „Den letzten Schritt musst du machen!“ Sylwia betritt das
Klassenzimmer, alle schauen sie an. Stille für zwei, drei, vier
Sekunden. „Du hast also wirklich für drei Jahre in Deutschland
gelebt?“ Ein quirrliges Mädchen mit braunen Zöpfen aus der
ersten Reihe bricht das Schweigen. Weitere Fragen prasseln auf
Sylwia ein.
„Dass ich so schnell integriert
werde, hätte ich nicht gedacht“.
Sylwia erfährt in ihrer neuen
Klasse keinen Neid. Dann lächelt sie
verschmitzt: „Das einzige, worauf sie neidisch
waren, war mein großer Vorrat an Gummibärchen!“
In den folgenden Jahren entwickelt sie sich zur Klassenbesten:
„Eigentlich wollte ich nach meinem Mature – dem polnischen Abitur
– Informatik oder Wirtschaftslehre studieren.“ Bei diesem Studiengang war sie sich aber nicht sicher, ob sie die Aufnahmeprüfungen
bestehen würde. „Also überlegte ich, was mir am besten liegt:
Germanistik!“ Inzwischen hat ihr letztes Germanistik-Semester an
der Jagiellonen-Universität Krakau begonnen. „Ich hab jetzt noch
den Journalistik-Studiengang dazu gewählt.“
Sylwia hat schon praktische Erfahrung: Seit einem halben Jahr
übersetzt sie Drehbücher der deutschen Krimi-Doku-Serie „Lenßen
und Partner“ für das polnische Fernsehen. Außerdem rezensiert
sie deutschsprachige Bücher, die nach positiver Beurteilung von
polnischen Verlagen übersetzt und verlegt werden.
Sylwia schaut nervös auf die Uhr. Sie muss zu einem Termin,
deutsche Studenten brauchen sie als Übersetzerin. Ob sie sich
vorstellen kann, nach dem Studium wieder nach Deutschland
zu kommen? Sie blickt nachdenklich aus dem Fenster, überlegt
kurz und antwortet: „Mein Bruder ist absoluter West-Fan. Er
studiert seit zwei Wochen Informatik in Berlin. Ich aber mag die
polnische Mentalität lieber.“ Ein paar Jahre in Deutschland, das
wäre okay, sagt sie. „Aber nicht für immer“. Denn: „Polen ist
mein zu Hause. Nichts anderes!“ Sie steht auf, zieht ihre Jacke
an, die dicken Handschuhe, schultert ihre Tasche, will gehen. Sie
habe sich gern auf Deutsch unterhalten, sagt sie. Die Frage, wann
„Lenßen und Partner“ im Polnischen Fernsehen gezeigt wird, hat
sie schon nicht mehr gehört.
DOMINIKA JASCHEK (18)
8 >> GENERATION POLO
Dwujęzyczni młodzi
ludzie
Dominika ma 18 lat. Urodziła się i mieszka w Niemczech,
ale zna polskie kołysanki, uwielbia pierogi i gołąbki,
ogląda serial „Klan“. Czy dzięki temu, że jest pół-Niemką,
pół-Polką, żyje jej się łatwiej? Co myśli o kraju swoich
dziadków?
Marianna Knap: Jak często przyjeżdżasz do Polski?
Dominika Jaschek: Dwa razy w roku. Prawie zawsze na święta.
Albo dziadkowie, którzy mieszkają w Warszawie, odwiedzają
nas w Niemczech.
DJ: Przede wszystkim językami obcymi. Oprócz polskiego i
niemieckiego znam angielski, zaczęłam się też uczyć włoskiego.
Dużo i chętnie podróżuję, ciekawią mnie inne kultury. W tym
jestem podobna do mamy. Przekazała mi to w genach.
MK: A w wakacje?
MK: Byłaś w jakimś szczególnie ciekawym miejscu?
DJ: Raczej nie.
DJ: W 2002 roku byłam przez trzy miesiące w Ameryce.
Chodziłam tam do szkoły.
MK: Dlaczego? Polska jest według Ciebie mało atrakcyjna?
DJ: Ależ skąd. W wakacje mam po prostu dużo różnych zajęć.
Jestem na przykład wychowawczynią na obozach. Zajmuję się
grupami młodzieży w wieku 11 - 14 lat. Polskę trochę znam, więc
w wakacje zwiedzam inne kraje, w tym roku byłam z rodzicami
na Teneryfie. Na wyjazdy do Polski zarezerwowane są święta.
MK: Co podoba Ci się w Niemcach, a co w Polakach?
DJ: Podoba mi się mentalność Polaków. Jesteście wyluzowani,
sympatyczni i bardzo rodzinni. Uwielbiam święta w Polsce, to
wyjątkowa uroczystość, dlatego właśnie, że są takie rodzinne.
MK: A co podoba Ci się w Niemcach?
MK: Twoja mama jest Polką, tata pochodzi z Niemiec. Gdzie się
poznali?
DJ: £atwiej mi powiedzieć, co mi się nie podoba. Denerwuje mnie,
że wszystko jest takie... sformalizowane.
DJ: Rodzice poznali się w Niemczech na początku lat
osiemdziesiątych. Mama odbywała tam praktyki. Pobrali się
w Polsce i wyjechali.
MK: To znaczy?
MK: Życie w Niemczech wydawało się im łatwiejsze?
MK: W Polsce jest podobnie...
DJ: Było kilka powodów. Mama biegle mówiła po niemiecku,
więc łatwiej było jej rozpocząć życie w innym kraju. Tato nie
znał polskiego, a oprócz tego nie chciał opuszczać Niemiec. Ale
to prawda, życie w Niemczech było wtedy łatwiejsze. Chodzi mi
o Zachodnie Niemcy, skąd pochodzi tata.
DJ: (Śmiech) No dobrze... U Niemców brakuje mi też
spontaniczności, jaką mają Polacy. Ostatnio w Krakowie byłam
w klubie. Podeszła i przywitała się ze mną zupełnie obca
dziewczyna. Usłyszała, że mówię w innym języku i chciała
wiedzieć skąd jestem. To było bardzo miłe. W Niemczech nikt
by się tak nie zachował.
MK: Czy masz polski paszport?
DJ: Ciężko cokolwiek załatwić, bo wszystko musi być dopięte na
ostatni guzik i trzeba długo czekać.
DJ: Nie mam. Mogłabym, ale cały proces przyznawania
takiego paszportu bardzo długo trwa. Teraz właściwie go nie
potrzebuję.
MK: Chcesz powiedzieć, że Niemcy boją się obcokrajowców?
MK: Jak Twoi znajomi reagują na to, że jesteś w połowie Polką?
MK: Zastanawiasz się nad studiami w Polsce?
DJ: Niektórzy uważają, że to fajnie. Chyba nawet trochę mi
zazdroszczą, że posługuję się dwoma językami. Ale zdarzają
się i takie sytuacje, że z tego powodu spotykają mnie drobne
złośliwośći. Gdy kiedyś zapomniałam książki do szkoły,
usłyszałam „Na pewno ją masz, tylko kłamiesz, jak każdy Polak“.
Niestety, jest dużo przesądów o Polakach.
DJ: Chciałabym studiować w innym kraju, może w Polsce. Byłoby
wspaniale mieszkać przez jakiś czas w Krakowie albo Warszawie.
Boję się jednak, że mój polski jest za słaby.
MK: Starasz się jakoś walczyć z tymi przesądami?
DJ: Jeszcze nie zdecydowałam, ale myślę, że będzie to kierunek
związany z językami. Może dziennikarstwo.
DJ: Czasami tłumaczę, że to nieprawda, ale zwykle ignoruję takie
głupie odzywki. Rodzice nauczyli mnie, że kłótnie nic nie dają. W
duchu jednak myślę o takiej osobie: „Boże, jaki głupek, pokazał
swoją inteligencję“ (śmiech)
MK: Czym się interesujesz?
DJ: Tu nie chodzi o obcokrajowców. Niemcy nie są zbyt otwarci
nawet na samych siebie.
MK: Mówisz całkiem dobrze po polsku. Ciekawa jestem, co
chciałabyś studiować?
MK: W takim razie życzę trafnych wyborów i do zobaczenia
w Polsce.
DJ: Vielen Dank.
Z DOMINIKĄ JASCHEK ROZMAWIA MARIANNA KNAP
GENERATION POLO << 9
Polens goldene Zukunft
Ein Treffen mit dem Sejm-Abgeordneten Paweł Graś
Beim Hinsetzen legt Paweł Graś Zigarettenschachtel, Feuerzeug und Handy
auf den Tisch des Restaurants.
Er bietet Zigaretten an.
„Ich habe letztes Jahr angefangen zu
rauchen, vor der Wahl“, erklärt er.
„War es so stressig?“
„Ja!“ Er lacht.
Graś wurde 1964 in Kęty geboren, studierte
Jura und Journalistik in Krakau. Politiker
wollte er eigentlich nie werden, vielleicht
bekommt man deshalb so konkrete Antworten von ihm. Er spricht offen über
Marek Belka, den jetzigen Ministerpräsidenten Polens, der Leszek Miller
2004 abgelöst hat. Miller hatte sich durch
zahlreiche Affären unbeliebt gemacht.
Graś kneift die Augen gedankenvoll
zusammen.
„Nach Miller ist alles besser. Belka hat
ein Image, dem man vertrauen kann. Er
ist anerkannter Manager, international
erfolgreich und fast parteilos.“ Sein
Deutsch ist schwerfällig und er muss ab
und zu nach Vokabeln suchen, doch drückt
er sich gewählt aus.
10 >> GENERATION POLO
„Nach Meinung der Opposition und
meiner Partei, der Konservativen Bürgerunion, soll das politische System in
Polen geändert werden. Unser Präsident
muss stärker werden und mehr Machtbefugnisse bekommen. Aber dafür müsste die Verfassung geändert werden.“ Er
unterstreicht seine Worte mit festen Gesten und fährt über den grauen Anzug mit
dem blau gestreiften Hemd.
Er bestellt sich einen Cappuccino, gibt
Zucker in die Tasse und rührt.
„Die Postkommunisten haben ein
korruptes System aufgebaut, gegen
Privatisierung und mit vielen Affären.
Alles wurde vertuscht. Aber heute erfährt die Bevölkerung alles darüber wegen der Medien. Medien sind der Faktor,
der Korruption auffliegen lässt.“ Er hat
einen kummervollen Blick.
Als Graś nach seiner Vision für Polen
gefragt wird, lächelt er jedoch, so dass
Grübchen in seinen Wangen entstehen.
Er ist gepflegt, aber nicht frisch rasiert.
„Mein Traum von Polen? Meine Partei
an der Macht; ein starkes, solides, wirtschaftliches Land in Europa.“ Ja, er sei
für Europa und die EU. Mit direktem
Augenkontakt erläutert er: „Die EU ist
zu bürokratisch und wir Polen haben
schlechte Erfahrungen mit Abhängigkeiten gemacht, deshalb haben wir hier
noch keinen Euro.
Man muss sich langsam kennenlernen und
auf wirtschaftlicher Ebene nähern. Doch
einiges kann jetzt nicht umgesetzt werden.
Ein EU-weiter, einheitlicher Steuersatz
wäre eine Katastrophe für mein Land.
Die Angst der deutschen Bevölkerung,
dass deutsche Firmen ihre Werke nach
Polen verlegen, ist unbegründet und Polen
braucht einen niedrigen Steuersatz, um die
Wirtschaft zu unterstützen.“
Polen ist seit dem 1. Mai 2004 in der EU, ein
Datum für die Einführung des Euro steht
noch nicht fest. Spekulanten nennen dafür
Jahreszahlen wie 2007 oder 2008.
Generell spricht Graś gerne über die Zukunft. Zum Beispiel über die Demokratie
in Polen.
„Nach den Jahren im Kommunismus,
die ich selbst miterlebt habe, ist es selbstverständlich, dass Demokratie die beste
Staatsform für Polen ist, aber wir brauchen
mehrere Prozesse und müssen uns noch
entwickeln. Doch ich bin zuversichtlich,
dass es noch besser wird. Europa wird
uns dabei helfen.“ Er legt den Löffel auf
seine Untertasse.
Zum Reparationsstreit, der unter anderem
zum dritten Misstraumsvotum gegen Belka
führte, will er möglichst nichts sagen. Graś
schaut auf sein Handy. „Nur noch eine
Minute.“ – Ein unbequemes Thema.
„Es ist schade, dass nach Jahren guter Beziehungen zwischen Deutschland und
Polen diese Sache alles trübt. Machen
wir Schluss damit und stellen keine Forderung an irgendeine Seite. Aber wir
verlangen eine klare Position von der
Bundesregierung. Ansprüche wie von der
Preußischen Treuhand sollen klar mit Nein
beantwortet werden. Ich meine, wer war
für den Zweiten Weltkrieg verantwortlich?
Das waren eigentlich nicht wir.“
Damit wird das Gespräch beendet. Noch
ein Foto, dann wird der Name notiert.
„Paweł? Wie spricht man das aus?“ Eine
Berichtigung folgt.
„Oh, Entschuldigung.“
„Das macht nichts“, winkt er ab. „Viele
sprechen meinen Namen falsch aus. Das
ist normal.“
Er packt seine Sachen in die Jackettaschen.
MARIE KLEINE (17)
Politische Stabilität in
Polen – Quo Vadis?
Freitag, 15. Oktober, 11 Uhr: Im Sejm –
dem polnischen Parlament – läuft die
Aussprache zum Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Marek Belka. Es
ist bereits das dritte Misstrauensvotum
gegen ihn. Er ist seit Mai im Amt.
„Eigentlich ist unser politisches System sehr
stabil“, erzählt Pawel Gras, Abgeordneter
der konservativen Bürgerunion „Vor 15
Jahren sah das noch ganz anders aus.“
Direkt nach der politischen Wende 1989 gab
es noch mehr als 230 Parteien. Heute sind
noch acht wichtige übrig geblieben, zum
Beispiel die Demokratische Linksallianz
(SDL), die Konservative Bürgerunion
(PO) und die Liga der Polnischen Familie
(LPR). Doch keine dieser Parteien hat eine
mit der CDU oder SPD in Deutschland
vergleichbare dominierende Stellung. So
sind Koalitionen mit drei, vier oder fünf
Parteien nötig. Diese zerbrechen leicht, an
politischen oder persönlichen Streitpunkten oder auch an sinkender Unterstützung
in der Bevölkerung. Polnische Politiker
geraten leicht in Panik. Niedrige Umfragewerte gibt es in Polen häufig und aus
verschiedenen Gründen. Eine Zustimmung
zur Regierungspolitik von dreißig Prozent
ist schon fast ein Rekordwert. Das liegt vor
Allem an dem allgemeinen Misstrauen
und Desinteresse gegenüber der Politik.
Einige polnische Politiker waren und sind
korrupt. Erst aber durch die steigende
Unabhängigkeit der Medien nach der
Wende 1989 kommen solche Skandale
an die Öffentlichkeit. „Viele Polen haben
bereits resigniert”, resümiert Thomas
Urban, Korrespondent der Süddeutschen
Zeitung. „Aus ihrer Sicht führt die `Politische Klasse´, wie auch schon vor der
Demokratisierung, ein Eigenleben. Die
Polen sind einerseits auf einen starken
Staat aus, haben aber andererseits durch
150 Jahre Fremdherrschaft ein gebrochenes
Verhältnis zur Obrigkeit.” Diese Resignation zeigt sich auch in den niedrigen
Wahlbeteiligungen. Noch nie gingen mehr
als die Hälfte der Wahlberechtigten zu den
Urnen. Bei den letzten Wahlen zum EUParlament im Sommer lag die Beteiligung
unter 20 Prozent. Dies ist aber auch den
nationalistisch-christlichen Populisten
zuzuschreiben. Allen voran Andrzej Lepper,
radikaler Bauernführer und Vorsitzender
der Partei „Selbstverteidigung”. Er macht
mit spektakulären (aber strafrechtlich
umstrittenen) Protestaktionen wie Strassenblockaden mit Traktorreifen Stimmung
gegen die EU. Allerdings verliert er in letzter Zeit etwas an Auftrieb durch die ersten
Transferzahlungen der EU an polnische
Bauern.
16 Uhr: Belka hat das Misstrauensvotum
überstanden. Die meisten Abgeordneten
haben für ihn gestimmt. Viele von ihnen hatten Angst, bei Neuwahlen nicht
wiedergewälht zu werden. Aber die vorangegangene Aussprache wurde zu einer
Generalabrechnung mit der Regierung
genutzt. Mehr als 100 Fragen wurden
gestellt. In jeder Frage steckte ein Vorwurf.
Doch der nächste Regierungswechsel steht
schon bald bevor: Im nächsten Frühjahr
sind reguläre Wahlen. Bisher ist noch nie
eine Regierung wiedergewählt worden.
KONSTANTIN KLEINE (16)
GENERATION POLO << 11
Wotum nieufności dla studentów
Kwiat młodzieży zwiądł – prawie połowa
studentów z którymi rozma-wialiśmy nie
interesuje się polityką. Ci zainteresowani
w większości nie poparliby premiera.
Nierządem Polska stoi! Nie rządem, lecz
nauką. Tak można by przynajmniej sądzić
na podstawie sondażu, który przeprowadziliśmy wśród krakowskich studentów.
Piątkowe głosowania w Sejmie wzbudziły
wśród studentów ledwo zauważalne
zainteresowanie. „Właśnie zaczął się rok
akademicki, zapisuję się do bibliotek,
szukam ciekawych kursów poza swoim
instytutem – mówi Janusz, student
pierwszego roku prawa. – Może to wstyd,
ale nie miałem pojęcia o głosowaniu nad
wotum zaufania dla rządu“.
Janusz nie jest sam. Spośród 37 zapytanych przez nas studentów Uniwersytetu
Jagiellońskiego ponad 40% odpowiedziało, że nie interesuje się polityką.
„Studiuję wieczorowo biotechnologię,
zajęcia koñczę zwykle po ósmej – opowiada
szeroko rozkładając ręce Ania. Rano
pracuję jako kurier. Roznoszę paczki. Nie
czytam dzienników, nie oglądam telewizji,
raz na jakiś czas przeglądam ‘Newsweeka’,
ale wtedy jak ognia wystrzegam się stron
o polityce. Są nudne.“
Młodzi ludzie wydają się być rozgoryczeni
i bezsilni. Nie wierzą, że coś uda im się
zmienić. Spośród tych, którzy mają
wyrobione zdanie, aż 72% ankietowanych
opowiedziało się przeciw udzieleniu
wotum zaufania dla rządu Belki. To
jednak nie premier i jego dokonania
nam przeszkadzają. Przekonanie, że
rząd powinien upaść, bierze się przede
wszystkim z niechęci do obecnego Sejmu.
Tych, którzy uważają, że premier nie
powinien dostać wotum, spytaliśmy
o przyczynę. Tylko 20% uważało, że
premier i jego rząd nie sprawdzili się.
68% widziało w nieudzieleniu wotum
szansę na wcześniejsze rozwiązanie
Sejmu i rozpisanie przedterminowych
wyborów. 12% po prostu nie lubi Marka
Belki i dlatego mu nie ufa.
WOJCIECH BOJANOWSKI (20)
Belka übersteht Misstrauensvotum
Freitag, 15. Oktober: Dem polnischen
Ministerpräsidenten Marek Belka wurde erneut das Vertrauen des Sejms versichert. Seit Antritt seines Amtes, im
März 2004, hat er damit das dritte Misstrauensvotum überstanden. Daher wird
er voraussichtlich bis zu den nächsten
Wahlen mit seiner Regierung an der
Macht bleiben.
Das Misstrauensvotum bestand aus drei
Wahldurchgängen, bei denen über das
Verbleiben von Belka, seinem Außenminister Włodzimiez Cimoszewicz und
dem Gesundheitsminister Marek Balicki
12 >> GENERATION POLO
abgestimmt wurde. Belka hatte zuvor
gedroht, dass, bei einem Scheitern einer
seiner Minister, er und damit die gesamte
Regierung zurücktreten würde.
Viele zweifeln an seiner Regierungsfähigkeit, da er und sein Kabinett sich nicht ausreichend um die Forderungen verschiedener deutscher Vertriebenenverbände,
wie der Preußischen Treuhand, gekümmert
hätten.
So hatte Belka bei einer Debatte über dieses
Thema nicht teilgenommen und Außenminister Cimoszewicz Diskussionen stets
abgeschnitten mit einem Verweis auf die
Einigung mit Bundeskanzler Schröder,
weder Deutschland noch Polen sollten
Reparationsforderungen erheben. Weiterhin wurde Belka vorgeworfen, seine Minister nicht unter Kontrolle zu haben, und
notwendige Reformen abzulehnen.
Die Entlassung Balickis aus dem Amt des
Gesundheitsministers wurde ebenfalls zur
Diskussion gestellt, da er das Gesundheitssystem gegen den Willen des Parlamentes privatisieren wollte und Korruption
unter Ärzten durch große Pharmakonzerne
zuließ.
MARIE KLEINE (17)
Das politische System in Polen
VERFASSUNG UND VERWALTUNG
Am 17. Oktober 1997, acht Jahre nach der
demokratischen Wende, trat die neue
Verfassung in Kraft. Sie ersetzt die provisorische Verfassung von 1992.
Polen ist ein demokratischer Rechtsstaat,
der den Prinzipien der Gewaltenteilung,
der Demokratie und der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet ist. Als Einheitsstaat
mit einer dezentralen Ordnung stützt es
sich auf die Selbstverwaltungsgemeinschaft. Die Wirtschaftsordnung beruht
auf den Grundsätzen der sozialen Marktwirtschaft. Das Verhältnis von Staat und
Kirche ist zugunsten der Autonomie und
gegenseitigen Unabhängigkeit entschieden
worden. Es gelten die Pressefreiheit und ein
Verbot von totalitären Organisationen.
kammer, der Strafkammer, der Arbeitsund Sozialversicherungskammer, sowie
der Militärkammer.
LEGISLATIVE UND EXEKUTIVE
Die Nationalversammlung als Zweikammerparlament besteht aus dem Sejm
mit 460 Abgeordneten und dem Senat mit
100 Abgeordneten aus 40 Wahlkreisen.
Sejm und Senat werden gemeinsam in
geheimen Wahlen für vier Jahre gewählt.
Ein vom Sejm verabschiedetes Gesetz
kann vom Senat innerhalb von 30 Tagen
ohne Änderung angenommen, korrigiert
oder abgelehnt werden. Fällt der Senat
innerhalb von 30 Tagen keinen Beschluss,
gilt das Gesetz als angenommen.
Polen verfügt über einen dreigliedrigen
Gerichtsaufbau. Neben der Gerichtsbarkeit, die in Zivil-, Straf-, Familien-, Vormundschafts- und in Wirtschaftssachen
entscheidet, gibt es eine Verwaltungsgerichtsbarkeit sowie die Militärgerichtsbarkeit.
In Fragen von besonderer Bedeutung kann
eine landesweite Volksabstimmung (Referendum) durchgeführt werden. Diese wird
durch den Sejm mit absoluter Stimmenmehrheit oder seitens des Präsidenten mit
Zustimmung der absoluten Stimmenmehrheit im Senat angeordnet. Das Ergebnis
einer Volksabstimmung ist bindend, wenn
mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten
an ihr teilgenommen hat.
Als höchstes Gerichtsorgan fungiert das
Oberste Gericht. Es beaufsichtigt die
Tätigkeit der ordentlichen Gerichte und
der Militärgerichte und besteht aus vier
Kammern: der Zivil- und Verwaltungs-
Der Präsident ist der höchste Vertreter der
Republik Polen und der Garant der Kontinuität der Staatsgewalt. Er wird vom Volk
in unmittelbaren und geheimen Wahlen
für eine fünfjährige Amtszeit gewählt. Eine
RECHTSPFLEGE
einmalige Wiederwahl ist möglich.
Die Auswahl der Minister steht dem Ministerpräsidenten als dem Repräsentanten
der parlamentarischen Mehrheit zu. Bei
Einwänden gegen Gesetzesvorhaben muss
sich der Präsident zwischen einem Veto
oder dem Gang vor das Verfassungsgericht
entscheiden. Das Veto kann mit einer Dreifünftelmehrheit der Stimmen im Sejm
zurückgewiesen werden. Die Einrichtung
des konstruktiven Misstrauensvotums
in der neuen Verfassung schränkt den
politischen Handlungsspielraum des Präsidenten ebenfalls ein.
Bis 1997 konnte die Mehrheit im Parlament
den Regierungschef abwählen, ohne sich
auf einen Nachfolger zu einigen, und so
hatte der Präsident ein Vorschlagsrecht.
EDYTA BIEŃCZAK (20)
GENERATION POLO << 13
Auf Papstes
Boden
Wer in eine der vielen Kirchen Polens
kommt, wer die Kreuze und Schreine in
den Dörfern sieht und wer die Bilder des
Papstes in den Häusern entdeckt, wird
schnell merken, wie tief religiös unsere
östlichen Nachbarn sind. Doch ist es um
den Glauben noch besser bestellt als in
Deutschland? Und wie sieht seine Zukunft
in Polen aus? Diesen Fragen gingen wir auf
den Grund und kamen mit interessanten,
aber auch nachdenklich stimmenden
Ergebnissen zurück.
Doch zunächst ein Blick in die polnische
Geschichte: Die katholische Kirche prägte
wie keine andere Kraft die Geschichte des
polnischen Staates über Jahrhunderte. Als
mittelalterliche Großmacht war PolenLitauen unter den Jagiellonen-Königen
ein Vorreiter des Christentums gegen die
osmanische Bedrohung. Daher konnten
sich auch die Lehren der Reformation im
16. Jahrhundert nahezu überhaupt nicht
durchsetzen. Zur Zeit der Teilungen Polens
ab dem 18. Jahrhundert gab der Glaube der
zerrissenen Nation Zusammenhalt und
stärkte das Aufkommen einer katholischliberalen Nationalbewegung.
Der Glaube war auch Hoffnungsquell
während des nationalsozialistischen Terrors und später unter der Herrschaft der
14 >> GENERATION POLO
Kommunisten. Die Wahl des Polen Karol
Wojtyla zum Papst im Jahr 1978 wirkte
wie ein Wunder und leitete für viele Polen
symbolisch das Ende der Unterdrückung
ein.
„Der Papst ist Vorbild für alle Menschen,
nicht nur für Katholiken“, so Bruder
Jakobus, Studentenbeauftragter am Krakauer Dominikanerkloster. Beweis dafür
seien die große Menschlichkeit und das
Engagement des Papstes, das neben den
geistlichen auch viele weltliche Belange
umfasse. Bruder Jakobus erklärt, dass
sein Orden sich besonders für Jugendliche
einsetze. Dies bestätigen die zahlreichen
und auch gut genutzten Angebote für
Studenten, die zum Beispiel Vorlesungen,
aber auch spezielle Gottesdienste umfassen. Solch ein Engagement begegnet
einem in Deutschland in dem Maße
eher selten, da die Kirche bei uns durch
Steuern finanziert wird, was in Polen
nicht der Fall ist. Die Kirche muss sich
hier nahezu ausschließlich durch Spenden
finanzieren; daher ist das große Bemühen
der Geistlichen um ihre Gemeinden auch
sehr naheliegend.
Laut der 80-jährigen Janina Patrinka
formt die Kirche die Menschen in ihrem
Verhalten und ihren Ansichten. Die
Kirche vermittle beispielsweise, dass
Homosexualität nicht dem Sinn der
göttlichen Schöpfung entspreche. Patrinka
vereint ihren Glauben untrennbar mit den
Gesetzen der Natur, wie sie selbst sagt.
Und daher sei auch die Haltung der Kirche
zu solchen Fragen richtig. Vor allem sei es
für sie, wie für viele Polen, unvorstellbar,
den Glauben zu vernachlässigen, da
dieser die ganze Kultur und damit auch
die Gesellschaft Polens präge. Obwohl sie
eine überzeugte Katholikin sei, so Patrinka,
toleriere sie auch andere Religionen, da
jede Gesellschaft durch den Glauben Zusammenhalt finde. Auf die Frage, warum
in Deutschland die Religion immer mehr
Anhänger verliere und in der Gesellschaft
eine immer geringere Rolle spiele, antwortete sie, dass dies mit den vielen, seit
langem selbstverständlichen Freiheiten
und dem hohen Wohlstand und Konsum
Deutschlands zu tun habe. Je mehr die
Menschen durch Oberflächlichkeiten abgelenkt werden, desto weniger würden sie
sich ihrem Glauben widmen, obwohl Gott
auch dann noch jedem Menschen die Chance gebe, zu ihm zu finden.
Auch wenn der Papst unumstrittene
Autorität für alle Polen und nationale
Identifikationsfigur Nummer 1 (noch
vor Lech Walesa) ist, scheint die Zukunft
der Kirche in Polen unsicher. Fragt man
polnische Studenten, so wird deutlich,
dass das Interesse an der Kirche, trotz der
immer noch starken familiären Traditionen,
immer stärker ab-nimmt.
Das Leben in Polen werde immer angenehmer und vielfältiger, so ein Philosophiestudent. Früher hatte man als einzige
Alternative zur Unterdrückung die Kirche,
die auch immer als Ort der Zuflucht diente.
Je besser es den Menschen gehe, so der Student, desto weniger würden sie nach dieser
Zuflucht suchen. Bleibt zu hoffen, dass es in
Zukunft mehr als einen Bruder Jakobus für
Polen gibt und dass damit die einzigartige
christliche Kultur dieses wunderschönen
Landes erhalten bleibt. Wir wünschen
Polen bei dieser schwierigen Aufgabe
jedenfalls viel Glück.
JASMIN WERNER (17), MARK EYLITZ (19)
Przychodzi student
do Kościoła
Koscioły pustoszeją, religijność zanika,
spada uznanie dla najważniejszych
dogmatów katolickich. Katecheci muszą
dziś sprostać coraz wyższym wymaganiom
studentów. Jaki jest nasz, studentów,
stosunek do Kościoła katolickiego?
Złe prezerwatywy czy żywa wiara w
krypcie?
„Generalnie nie lubię Kościoła. – zapewnia
studentka I roku, Olga. – Nie wydaje mi
się, że antykoncepcja to wynalazek szatana.
Jestem zdania, że można wierzyć w Boga
niekoniecznie praktykując wszystkie te
zwyczaje typu msze, pielgrzymki i witanie
obrazu. Wszystkie oazy, duszpasterstwa
to moim zdaniem „pic na wodę”. Byłam
na kilku spotkaniach, gdzie ksiądz gasił
światło w Kościele i wszyscy czuli, że Bóg
przyszedł. Nie ma to za wiele wspólnego
z prawdziwą wiarą. Nie lubię zrywów,
kiedy przyjeżdża Papież i wszyscy machają
chusteczkami.“
Nietrudno usłyszeć dzisiaj podobne
opinie.
Z drugiej strony coraz większą popularność zyskują małe grupki religijne działające
przy kościołach. Często zdarza się tak, że
trafiają tam nie tylko ludzie zaangażowani,
lecz również tacy, którym Kościół nie do
końca się podoba. „Chodzi o dojrzałość
chrześcijañską, znalezienie swojego miejsca
we wspólnocie“ – opowiada studentka IV
roku psychologii, Ania, z którą spotkałem
się w krypcie jednego z krakowskich
zakonów. Ania jest animatorką ruchu
„Światło-Życie“. Póżnym wieczorem modli
się z grupą w rozświetlonych blaskiem
świec podziemiach. Grają na gitarze,
śpiewają. Ich zdaniem serwowana jest
nam, powierzchowna i płytka duchowość.
Dopiero w małej wspólnocie można poczuć
pewność, że wiara jest żywa. „Dojrzałe
chrześcijañstwo polega na szukaniu
swojego miejsca, a nie znajdziesz go pośród
kilku tysięcy osób“ – tłumaczy Ania.
na zadawane przez nią pytania. Trudno
było jej zrozumieć, czego nauczyć ją może
chciwy, prowadzący agitację polityczną
ksiądz, jeżdżący po mieście BMW. Zależność wydaje się prosta: jaki pan, taki kram.
Czy kram jest na tyle skostniały i zepsuty,
że w niedługim czasie będzie się do niego
przychodziło jak na ściankę wspinaczkową lub jak do skate parku? Tak dzieje
się przecież na zachodzie Europy. Trudno
zgodzić się z tą opinią, obserwując
w niedzielny wieczór tłum młodych ludzi
przed Kościołem Trójcy Świętej. Odbywają się tam słynne na cały Kraków msze
– „dziewiętnastki”. W kościele panuje
półmrok, są ministranci ze świecami, jest
kadzidło i oprawa muzyczna. Tworzy to
niezwykły nastrój misterium, a to pomaga
w uczestnictwie we mszy. „Naprawdę
niewiele trzeba, by ludzie poczuli się
w kościele jak u siebie. A to, jak sądzę,
stanowi ważny kontekst dorastania
w wierze.“ – mówi, wygłaszający na „19stce“ kazania, ojciec Tomasz Nowak.
Chować się w zakrystii, czy szukać w niej
Boga?
Ojciec Damian Rojszyk, nie przekreślając
zalet różnych oaz, wskazuje na niebezpieczeñstwa związane z ich działalnością:
„Problemem jest niedostosowanie
wymogów do poziomu dojrzałości ludzi.
Ludzie czują się czasem przyciśnięci,
odczuwają presję i podejmują różnego
rodzaju ‘krucjaty’, po których nie czują
się ani lepiej, ani dojrzalej. Zdarza się,
że przygoda kończy się skrzywieniem
osobowości.“
Młodych ludzi razi brak zaangażowania
celebransa podczas liturgii, czują się wtedy
jak obsłużeni w urzędzie przez smutnego
księdza, który ma do nich jeszcze pretensje,
że mało dali na tacę. Kluczem do otwarcia
młodzieñczych dusz ma być przede wszystkim autentyzm. Do kościoła przychodzi
bowiem coraz mniej wiernych z wychowania, przymusu czy poczucia winy.
Ustępują oni miejsca mniejszej liczbie
osób odwiedzających Domy Boże
z prawdziwego przekonania.
Olga przez długi czas poszukiwała
kontaktu z Bogiem, jednak nie podobał jej
się dogmatyczny charakter odpowiedzi
Dla studentów spoza Krakowa członkostwo w duszpasterstwie akademickim
może się okazać formą ucieczki od
GENERATION POLO << 15
rzeczywistości. Wyrzuceni na brzeg,
niekoniecznie dziewiczej, ale z pewnością
dzikiej, krakowskiej wyspy, świeżo
upieczeni studenci czują się zagubieni.
30 lat temu duszpasterstwa akademickie
gromadziły elitę studencką, ludzi aktywnych, najbardziej zaangażowanych
społecznie i politycznie. To tutaj można
było w sposób wolny myśleć, działać,
czuć się wolnym obywatelem. Dziś poza
„aktywistami” spora część ludzi przychodzących do duszpasterstwa to ludzie ze
wsi, którym jest się trudno znaleźć w
dużym mieście.
inicjatyw trzeba brutalnie mówiąc:
poczekać, aż wymrze jedno pokolenie.
I wierzyć... również w lepsze jutro.
Nawet duchowni przekonani są o tym,
że aby stać się bardziej przyjaznym dla
młodych ludzi, Kościół w Polsce powinien
się zmienić. Na obecnym etapie nie da się
go jednak przeformułować. By możliwe
było przeforsowanie jakiś odgórnych
WOJCIECH BOJANOWSKI (20)
Szara rzeczywistość wyjątkowych ludzi
Czym byłby Kraków bez artystów?
Nie byłby z pewnością tym samym
miastem. To tak, jakby skradziono mu
duszę... Ci ludzie bowiem, w znacznej
mierze, a zarazem w bardzo dyskretny
sposób, przyczyniają się do kreowania
niepowtarzalnej i hermetycznej atmosfery
tego magicznego miasta.
Spacerując ulicami Krakowa niemalże
na każdym kroku mamy do czynienia
ze sztuką. Nie chodzi tu o muzea, znane
teatry czy głośne wystawy, lecz o nieco
inny rodzaj artyzmu – sztukę uliczną.
Jednym może się ona jawić jako coś
banalnego, wręcz trywialnego. Jednak
wyobraźmy sobie sytuację, że z ulic
krakowskiego Starego Miasta zniknęliby
wszyscy grajkowie, mimowie czy malarze.
Straciłoby ono wówczas coś istotnego,
nie przypadkiem wpisanego w swój
wizerunek.
Artyści ci nie prezentują swych zdolności na
ulicy z wyboru. Robią to najczęściej, gdyż
zmusza ich do tego trudna, a w niektórych
przypadkach nawet dramatyczna sytuacja
życiowa. Każdego dnia mijają ich setki
turystów i przechodniów. Jednak mało kto
16 >> GENERATION POLO
interesuje się tym jak to się stało, że muszą
sprzedawać swoje talenty na ulicy.
Włodzimierz pochodzi z Kijowa na
Ukrainie. Od czternastu lat na ul.
Floriańskiej maluje portrety i karykatury
przypadkowym osobom. Ciężka sytuacja
polityczno-gospodarcza sprawiła, że
postanowił opuścić swoją ojczyznę.
Kraków urzekł go zarówno atmosferą tu
panującą, jak i architekturą. Postanowił
się tu osiedlić. Jego obecne położenie
jest lepsze, aczkolwiek nadal niełatwe.
Od deportacji dzieli go dosłownie kilka
centymetrów... Znalazł sobie miejsce na
dwóch schodach należących do sklepu
Terranova, gdyby jednak zrobił krok i
zszedł na ulicę, straż miejska może go
obarczyć nie tylko karą pieniężną, ale i
cofnąć z powrotem na Ukrainę.
Sławek jest mimem, ukoñczył Szkołę
Teatralną, opanowanie sztuki pantomimy
zajęło mu kilka lat. Mimo to nie udało mu
się jak na razie znaleźć stałego dochodu.
Zdecydował się prezentować swoje
umiejętności na ulicy. Stoi w bezruchu
osiem godzin każdego dnia, licząc na
zainteresowanie i hojność ludzi.
Florian słabo mówi po polsku, pochodzi
z Mołdawii, gdzie ukończył szkołę muzyczną. W kraju rodzinnym nie mógł
znaleźć pracy w wyuczonym zawodzie.
Postanowił wyjechać do Polski w
poszuki-waniu lepszego życia. Udało mu
się znaleźć zatrudnienie w restauracji,
gdzie był barmanem. Myjąc szklanki
wpadł na niezwykły pomysł - rozpocznie
grę na kieliszkach wypełnionych wodą.
Umiejętnośćtę opanował do perfekcji.
Obecnie demonstruje ją na ulicy Grodzkiej,
a część zarobionych pieniędzy, które
ledwo wystarczają na życie, posyła swojej
rodzinie w Mołdawii, chcąc pomóc ciężko
choremu bratu.
Artyści uliczni dostarczają innym rozrywki
w nadziei, że zostaną docenieni. Szara
rzeczywistość bywa jednak okrutna. Czy to
nie absurd, że codzienność osób nadających
koloryt miastu jest tak ponura?
ALICJA BĄK (20)
Studierte Künstler auf Krakaus Marktplatz
Straßenakteure erzählen ihre Geschichten
Auf dem Markt „Rynek Glówny“ herrscht
täglich ein buntes Treiben. Touristen,
Kutscher, Verkäufer und Straßenakteure
treffen hier in Krakaus Mitte aufeinander.
Florian ist einer von ihnen. Er stammt
aus Moldawien und steht jeden Tag
an der Grodzka Straße. Er war auf der
Musikuniversität und lernte Saxophon
und Klavier spielen. Weil er nach seinem
erfolgreich abgeschlossenen Studium keine
Arbeit fand, jobbte er in einem Restaurant.
Beim Spülen kam ihm die Idee seines
Lebens: Mit verschiedenen Gläsern Musik
erzeugen. Dabei verwendet er zwölf Gläser,
die einen unterschiedlich dicken Rand
haben. In jedes wird eine andere Wassermenge gefüllt. Mit dieser Technik bringt
er die Gläser zum Klingen. Florian hat,
um jeden Tag die richtige Wassermenge
zu erhalten, einen besonderen Musikapparat. Deswegen bekommt er immer exakt die gleichen Töne. Florian fand die
Idee sehr originell und machte sich eines
Tages auf den Weg nach Krakau. Dort fand
er recht schnell einen geeigneten Standort
für seine amüsante Musikdarbietung. Sehr
viele Menschen bleiben bei ihm stehen
und lauschen dem lustigen Treiben. Er
bekommt nicht viel Geld für seine Arbeit,
aber für ihn und seine Familie reicht es,
um die lebensnotwendigen Bedürfnisse
zu befriedigen. Zudem unterstützt er seinen Bruder, der noch in Moldawien wohnt
und behindert ist. Seit sechs Jahren kommt
Florian jeden Sommer für ein paar Monate
nach Krakau, um seinen Geldbeutel aufzustocken.
Ganz anders geht es Sławek. Er ist in
Krakau geboren, gelernter Schauspieler
und spielt während der kalten Jahreszeit
am Krakauer Theater. In den Sommerferien
verdient er sich etwas Geld auf der Straße
dazu. Jeden Tag stellt sich Sławek in einer weißen Mönchskutte und weiß geschminkten Gesicht auf den Marktplatz.
In der rechten Hand hält er einen langen
Wanderstock und in der linken eine goldene
Glocke. Er begeistert das Publikum mit
seinen pantomimischen Fähigkeiten.
Dabei muss sich der junge Schausteller
sehr konzentrieren, um in acht Stunden
und mit nur wenigen Pausen seine Show
überzeugend zu präsentieren. Er lässt
sich durch nichts und niemanden aus der
Ruhe bringen. Auch dann nicht, wenn
eine Horde von Kindern an seiner Kutte
herumzerrt oder Passanten versuchen, ihn
zum Lachen zu bringen.
Genau das Gegenteil macht Włodzimierz.
Der ältere Herr lebt von der Kommunikation mit Menschen. Er ist gelernter Maler
und muss die Passanten davon überzeugen,
sich von ihm portraitieren zu lassen.
Włodzimierz stammt aus der Ukraine, genauer aus Kiew. Er wohnt seit 14 Jahren
in Polen. Von Anfang an war er von Krakau begeistert, so dass er sich entschloss,
hier zu arbeiten. Er fertigt neben simplen
Portraits und Karikaturen, die er mit
Kreide zeichnet, auch aufwendige Landschafts- und Stillleben an. Der studierte
Künstler zeichnet gerne Portraits von
interessanten Männern und Frauen, die er
dann der Öffentlichkeit vorstellt. Bis jetzt
wurden seine Kunstwerke schon zwei mal
ausgestellt. Włodzimierz versteht es, die
Besonderheiten und die Augenblicke des
lebhaften Krakaus genau so darzustellen,
wie sie vor unser aller Augen erscheinen.
BEATE THIEMER (21)
GENERATION POLO << 17
Mali ludzie, wielkie dusze ...
Wielkie miasto, podniebne budowle, małe
historie ludzi, którzy zimnym molochom
zapewniają duchowe uniesienia …
Do Polski przyjechał sześć lat temu, gdy
jego córka wyszła za mąż za Polaka.
Opowiada:
Kraków – miejsce kontrastów, postępu
cywilizacji i średniowiecznych kościołów,
domów mody i zabytkowych kamienic.
Miejsce, którego centrum zajmuje
Rynek Główny. A tam hejnał, gołębie,
kwiaciarki, wieczne tłumy turystów
oraz artyści, bez których serce Krakowa
nie byłoby tak szlachetne.
– Mam wizę, ale do domu jeżdżę raz
na dwa, trzy miesiące. Mój brat stracił
nogę w wypadku, musiałem kupić mu
wózek inwalidzki. Dzięki graniu na ulicy
zarabiam tyle, że jestem w stanie pomagać
rodzinie. Ojciec też potrzebuje pomocy, jest
stary i schorowany. Zarobki nie są duże, ale
wystarczają, by zapewnić byt najbliższym.
Ja nie zarabiam na własne potrzeby, to, co
odłożę daję rodzinie.
Piękna ulica Grodzka. Florian, około
pięćdziesięcioletni Mołdawianin, stoi przed
małym stolikiem i łagodnie pociera ranty
ustawionych na nim szklanek. Przechodnie
w zdziwieniu zatrzymują się i słuchają
pięknych melodii, wydobywających się
czystymi tonami spod palców Floriana.
Codziennie rano muzyk napełnia szklanki
wodą. Jej ilość odmierza specjalnym
miernikiem, dzięki czemu uzyskuje
wszystkie dźwięki oktawy.
– Potrafię zagrać wszystko, tak jak na
pianinie. Uczyłem się tego na Akademii
Muzycznej w Mołdawii, ale tam nie mogę
pracować w swoim zawodzie, bo nie
zarobię na chleb – wyznaje artysta.
18 >> GENERATION POLO
Florian uśmiecha się niewinnie, kilkoma
ruchami prezentuje swoje muzyczne
umiejętności. Wyznaje, że rzeczywiście
to dość nietypowe – grać na szklankach
z wodą. Ten sposób gry odkrył, gdy po
studiach rozpoczął pracę w restauracji.
Zmywał naczynia i pewnego razu
zauważył, że różnej grubości i wysokości
szklanki, w zależności od ilości wody w
nich się znajdującej, wydają różnorodne
dźwięki. W ten sposób rozpoczął
eksperymenty ze szkłem i tak oto dziś
znajduje się w Krakowie, gdzie swym
stylem gry wprawia coraz to nowych
przechodniów w niemałe zdziwienie.
Lekkie tony „szklankowej muzyki”
dobiegają aż do płyty Rynku Głównego.
A tam Sławek - absolwent trzyletniego
studium aktorskiego. Ubrany w strój
średniowiecznego mnicha, z twarzą
pomalowaną na biało stoi nieruchomo
na małym podeście i porusza się tylko
wtedy, gdy usłyszy brzęk monety w swoim
kapeluszu.
– To bardzo trudne, tak stać bez ruchu,
ale uczyłem się tego w szkole i lata
praktyki pozwoliły opanować mi kunszt
pantomimy. Dziennie stoję tak około
osiem godzin, co godzinę robię sobie
piętnastominutową przerwę. Jednak, gdy
na przykład dwa dni nie ćwiczę, robią mi
się zakwasy i wszystko mnie boli.
Sławek ani nie medytuje, ani nie ćwiczy
jogi. Przyznaje jednak, że wszelkie metody
zachowania skupienia są skuteczne.
– Ja na przykład liczę w pamięci lub
myślę o czymś przyjemnym. Zdarza się,
że ktoś specjalnie chce mnie rozproszyć,
ale w takich sytuacjach ignoruję otoczenie,
patrzę w jeden punkt i odcinam się od
rzeczywistości.
Aktor twierdzi, że gdyby przez cały
rok zarabiał tyle, ile w okresie wakacji,
nieruchome stanie ulicy mogłoby być jego
jedynym źródłem zarobku.
– W ciągu roku jest kiepsko, dlatego gram
też w sztukach, pracuję w teatrze. W taki
sposób udaje mi się związać koniec z
końcem.
Młoda dziewczyna wrzuca do kapelusza
brzęczące monety. Sławek wykonuje
głęboki ukłon, w podziękowaniu dzwoni
dzwoneczkiem, który trzyma w dłoni i
znów przyjmuje nieruchomą postawę.
Na Starym Mieście Krakowa nie brak
też malarzy. Włodzimierz, który na
Floriańskiej maluje ludzkie twarze,
opowiada jak trudno jest zaistnieć w
światku krakowskich malarzy:
– Do Polski przyjechałem czternaście lat
temu, gdy tylko skończyłem kijowską
Akademię Sztuk Pięknych. To były ciężkie
czasy dla Ukrainy. Zmiany, które w tym
czasie dokonywały się w kraju, wcale
nie wróżyły niczego dobrego. Musiałem
emigrować. Trafiłem do Krakowa,
tu zostałem do dnia dzisiejszego. Na
początku starałem się utrzymywać kontakt
z różnymi artystami, ale teraz już mi na
tym nie zależy. Konkurencja jest duża,
ale wielu malarzy tworzy chłam, który
sprzedają turystom po bardzo wysokich
cenach.
Praca Włodzimierza, tak jak i innych
ulicznych artystów jest nielegalna. Malarz
zawarł jednak umowę z właścicielami firmy
odzieżowej „Terranova”, dzięki czemu ma
prawo malować na schodku znajdującym
się obok wejścia do ich sklepu.
– Jeśli zszedłbym z tego schodka i stanął
na chodniku, straż miejska mogłaby mnie
ukarać. Muszę uważać. Całe szczęście,
że schodek jest dość szeroki i długi, tak,
że i ja i moi klienci spokojnie się na nim
mieścimy.
Włodzimierz, podobnie do Sławka, na
życie zarabia nie tylko malowaniem na
Floriańskiej. Za portret lub karykaturę
dostaje około 40 złotych, co dziennie
daje raz 200, a raz 80 złotych. Dlatego też
organizuje swoje wystawy, maluje pejzaże
i portrety na zamówienie prywatnych
zleceniodawców.
– Kolega poleca się koledze, jeden drugiemu
i tak jakoś to się kręci - przyznaje.
W ciągu 7 minut potrafi namalować
karykaturę, jeśli da się mu piętnaście,
sporządzi portret.
– Najczęściej maluję Norwegów. Ten
naród jest naprawdę niesamowity. To
ludzie ciekawi świata, bardzo przyjaźni.
Gdy jeden z grupy siada na fotel i zleca
mi namalowanie portretu, wiadomo już,
że zaraz przyjdą następni. Uwielbiam
Norwegów.
Włodzimierz siada na krzesło i zaczyna
malować ciemnowłosą turystkę. Ołówkiem
odmierza proporcje jej twarzy, zaczyna
szkicować kontury… Dziewczyna siedzi
w skupieniu.
Dzień za dniem… Malują, grają, zaskakują.
Unoszą miasto ponad ziemię, prawie
pod samo niebo. Kraków ma w sobie tę
magiczną moc przyciągania. Nie dotyczy
to tylko artystów krakowskich, lecz także
i tych, którzy przyjeżdżają do miasta
w innych celach. Gdy raz zasmakujesz
krakowskiego życia, nigdzie indziej nie
będzie ci tak dobrze. Tezę tę potwierdzili
dziś moi rozmówcy - mimo tego, że
mieszkają z dala od domu rodzinnego,
tęsknią za bliskimi, nie potrafią zostawić
Krakowa na dłużej niż pół roku. Pod
Wawelem znajdzie się miejsce dla każdego
z nas. Nieraz powtarza się, że to przyjezdni
budują atmosferę grodu Kraka, to dzięki
nim miasto jest tak niepowtarzalne,
zachwycające i mimo silnego powiązania
z tradycją, stale się rozwija. Niechaj zatem
już tak zostanie do końca i Kraków będzie
duchową przystanią dla wszystkich
śmiertelników spragnionych chwil
niesamowitego uniesienia.
EWELINA POTOCKA (20)
GENERATION POLO << 19
„Die deutsche Frau kann sich nicht kleiden“
Ein Einkaufsbummel mit einer polnischen Studentin
Menschen strömen durch die Straßen.
Früh, mittags und abends. Die Stadt
lebt. Und während der Trompeter oben
im Turm zu jeder vollen Stunde sein Lied
spielt, klappern unten auf dem Asphalt
die Absätze zahlloser Frauenschuhe. Ihre
Beine sind in seidene Strümpfe oder
eleganten Hosen gehüllt. Passend dazu
die Bluse, die Jacke, die Handtasche, der
Schal, das Make-Up, die Frisur und auch
das Parfüm.
Dass mir einmal gesagt werden würde, die
deutsche Frau könne sich nicht kleiden,
hätte ich in solch direkter Form nicht
erwartet. In Polen ging uns dieser Ruf
allerdings voraus. Annehmen wollte ich
mich dessen aber nicht, eher wollte ich
mich erkundigen, was wirklich dran ist,
an dem Gerücht, dass die polnische Frau
sich besser und ansehnlicher kleidet als
die Deutsche.
Die Journalistikstudentin Kaska stand
mir dabei zur Seite. Obwohl auch sie
nicht zu den Polinnen gehört, die sich
stets neu einkleiden und wöchentlich die
Boutiquen durchforsten, präsentierte sie
20 >> GENERATION POLO
mir die Trends von Krakau und zeigte mir,
wie die polnische Frau einkaufen geht und
worauf sie achtet.
nahe zu treten, gibt sie nach und sagt, als
würde sie ein kleines Kind tadeln: „Das ist
aber nicht typisch polnisch.“
Namen wie Twój Strój, Vero Moda,
Vincio Pajaro, Odzie damska, Fabryka
Mody prangen an den Hauswänden der
Ulica Florianska und Ulica Grodzka. Sie
erwecken den Eindruck einer Straße im
Kultviertel Soho in London. Was in Krakau
allerdings fehlt, sind die leuchtenden
Schriften, die aufdringlich bunte Reklame.
Die Einkaufsmeilen in der polnischen
Studentenstadt sind dezent, einfach und
altmodisch schön. Um nicht zu sagen: angenehm.
Auf der Suche nach einem passenden
Oberteil für mich treffen wir Kaskas
Kommilitonin Karolina. Ein kurzer Wortwechsel zwischen den beiden bringt
Klarheit in die Unordnung des Wäscheberges der mittlerweile auf meinen
Arm ruht. Karolina scheint sofort die
Problematik erkannt zu haben, als sie
mich mustert. Während mich Kaska zur
Umkleidekabine begleitet, verschwindet
Karolina zwischen den Kleiderstangen.
Kurze Zeit später kommt sie mit drei
Blusen und einem Hut in der Hand wieder. „Hier, probier´ das mal“, meint sie und
lächelt zuversichtlich.
„Hier lang“, ruft Kaska und zieht mich in
ein großes Kaufhaus. Zielstrebig nimmt
sie Kurs auf die Damenabteilung. Schnell
mustert sie das Angebot an Kleidungsstücken, guckt zu mir, schaut sich wieder um und zeigt auf eine Jeans. „Die
nehmen wir“, sagt sie und rennt weiter.
Ich vergucke mich indessen in eine weiße
teddy-weiche Jacke. Als ich sie Kaska zeige,
lächelt sie mitleidig über meinen eigenartigen Geschmack und um mir nicht allzu
Wenige Minuten später trete ich unsicher
im neuen Outfit aus der Kabine und zupfe
nervös an mir herum. Beim Blick in die
Runde erkenne ich allgemeine Zufriedenheit und ein zustimmendes Kopfnicken.
„Eins noch“, schmunzelt Karolina und
richtet den Kragen meiner Bluse, schiebt
den Hut etwas nach links und öffnet die
Jacke. „Perfekt“, stimmt Kaska ihr zu.
„Und jetzt das hier“, meint sie aufmunternd und reicht mir einen eleganten
schwarzen Nadelstreifenanzug. Wieder
schließen sich die Umkleidevorhänge hinter mir, und ich verwandle mich in eine Geschäftsfrau mit Stil. „Wow, das sieht gut
aus“, freuen sich die beiden Studentinnen
und zupfen wieder an meinem Kragen
und den Hosenbeinen. „Aber halt, da fehlt
noch etwas“, ruft Kaska und verschwindet
irgendwo im Geschäft. Wenige Sekunden
später kommt sie mit einer pelzigen
Handtasche wieder. „Jetzt bist du fertig“,
strahlt sie über das ganze Gesicht.
auf der Suche nach etwas Passendem.
Etwas unzufrieden gibt sie sich nach
einer Viertelstunde geschlagen. „Ich kann
nichts finden“, sagt sie etwas enttäuscht.
Beim Blick auf meine Hose und die Bluse
in meiner Hand, kommt ihr allerdings eine
Idee. „Hey, wir kombinieren einfach alles
mit deiner Hose“, ruft sie begeistert.
Etwas verdutzt und skeptisch darüber, ob
meine Hose gerade mit dieser grellen Bluse
zusammen passen soll, gehe ich wieder in
die Garderobe. Als ich rauskomme, sehe
ich eine strahlende Kaska. „Das sieht gut
aus“, meint sie und stellt mich vor den
Spiegel.
Dass mir dieses Accessoire überhaupt nicht
gefällt, sage ich ihr nicht, und dass ich den
Anzug nicht leiden kann auch nicht. „Das
sieht schon eher polnisch aus“, meint Karolina begeistert. Es ist wohl besser, wenn
ich jetzt den Mund halte, denke ich und
schweige.
Und tatsächlich: Die Bluse, das Top und
meine Hose sehen wirklich richtig gut zusammen aus. „Hier setz die noch auf“, rät
Kaska mir zu einer überdimensionalen
Sonnenbrille.
„So lasst uns weiter gehen. Es gibt schließlich noch mehr zu sehen“, verkündet
Kaska. Wieder in meinen deutschen Alltagsklamotten, in denen ich mich langsam
etwas unwohl fühle, als mich Karolina anlächelt, verlassen wir den Laden.
Beim Anblick meines eigenen Spiegelbilds
wird mir klar: Schlecht habe ich zuvor
auch nicht ausgesehen, sondern einfach
nur gewöhnlich. Ohne farbliche Akzente
und ohne Experimentierfreude. „Deutsche
Frauen sehen zwar unterschiedlich aus,
ihnen fehlt aber der gewisse Schwung“,
meint Kaska. Die polnische Frau lege
sehr viel wert auf ihr Äußeres. Sie wirke
eleganter in ihrer Kleiderkombination als
die deutsche, das verleihe ihr auch den Ruf
besser auszusehen.
Auf der Straße verabschieden sich dann
die beiden Freundinnen und Karolina
verschwindet laut mit ihren Schuhen
klappernd in der Menschenmasse. Kaska
zieht mich auch schon wieder am Arm.
„Wir gehen jetzt in die Ulica Florianska“,
sagt sie, „das ist die bekannteste Einkaufsstraße in Krakau. Ich gehe dort auch öfters
shoppen.“
„Okay, das hört sich vielversprechend an“,
denke ich und folge ihr erwartungsvoll.
Die polnischen Boutiquen in der Florianska
wirken neben den großen farbigen Labels
wie BigStar und Reebok eher unscheinbar.
Kaska nimmt mich mit in ihren Lieblingsladen namens „Reserved“. Rein vom Titel,
entspricht das nicht meinen Erwartungen,
denn die polnische Frau tritt mit ihrem Stil
nicht gerade reserviert auf. Drinnen werde
ich allerdings eines Besseren belehrt. Da
hängen sie wieder: die Blusen mit Bügelfalte, der eng geschnittene Minirock und die
zahlreichen Accessoires.
Und jetzt, wenn ich mich so betrachte,
gefalle ich mir richtig gut.
Annika in der Umkleidekabine
Draußen vor dem Laden verabschieden
wir uns. Vollbepackt mit meinen Tüten
stehe ich in der Florianska und schaue
Kaska nach, wie auch sie mit der knallgrünen Bluse im Beutel in der Menschenmasse verschwindet.
ANNIKA BISCHOF (21)
Kaska war wieder in ihrem Element. „Hier,
die sieht gut aus und das Top. Das passt“,
sagt sie und gibt mir eine knallgrüne
Bluse, die ich wohl nie aus dem Regal
genommen hätte. So schnell wie sie diese
Sachen für mich gefunden hatte, war sie
auch schon wieder beim nächsten Regal
GENERATION POLO << 21
Schatzsucher
Die Krakauer Gassen beherbergen viele Schätze, wie
den Schallplattenladen von Maciek Starosolski.
Ganz Krakau ist gelb tapeziert. Plakate
auf Hauswänden, Kellerluken und Regenrinnen locken junge Schatzsucher in die
Grodzka Straße. Hier verschwinden sie
rasch hinter einer massiven Holztür,
lassen den langen Kreuzgang hinter
sich, überqueren verwilderte Hinterhöfe
und kehren schließlich in einem dunklen
Kellergewölbe ein. Sie alle gieren nach
Gold, schwarzem Gold, Schallplatten.
Der kleine Raum bietet nicht viel Platz
und fasst gerade so fünf Mann. Er wird
auf der gesamten rechten Seite von
einem klobigen Regal durchzogen. Es ist
schwarz, tief und nur spärlich gefüllt. Den
Blick der hungrigen Freibeuter scheint
das nur zu schärfen. Gründlich geht jede
Platte beim wachsamen Blättern durch
die zittrigen Finger und jede Hülle wird
buchstäblich verschlungen. An einem der
beiden gegenüberliegenden Decks können die gefundenen Perlen dann gehört
werden. Zwei Plattenspieler laufen hier
22 >> GENERATION POLO
auf Dauerrotation. Immer wieder werden
Kopfhörer aufgesetzt, Platten auf Teller
gelegt und Nadeln gesenkt. Junge Männer
nicken im Takt, tippen mit Füßen und in
ihren versunkenen Blicken spiegeln sich
neue Ufer wider.
Hinterm Tresen wacht Maciek Starosolski, der Besitzer des Ladens, über das
Geschehen. Nein, er trägt keinen Seemannsbart und auf seiner Schulter sitzt
auch kein Papagei. Er wirkt ernüchternd
bieder in dieser fremden Welt. Er trägt
nicht wie seine Gäste farbenfrohe Pullover
mit überdimensionalen Namenszügen,
sondern ein feines Hemd. Schlicht, aber
elegant.
Vor ihm liegen die englische Ausgabe des
Magazins „Newsweek“ und die konservative polnische Zeitung „Gazeta Wyborcza“.
Maciek setzt einen Kontrast in diesem mit
abstrakten Malereien und futuristischen
Schriftzügen dekorierten Gewölbe.
Würde er nicht besser auf das Parkett der
polnischen Börse, als hinter den Tresen
dieses Plattenladens passen? Wer ist dieser
Maciek Starosolski?
Mit elegantem britischen Akzent verrät er,
er stamme aus Katowice, einer polnischen
Großstadt mit rund 350.000 Einwohnern.
Für ihn nicht groß genug, entschied er vor
sechs Jahren und ging nach London, in die
wohl mit Abstand schnellste Metropole
Europas: „Diese Stadt ist eine Schnellstraße.
Wenn dich dort jemand aus Polen anruft,
dann kannst du eigentlich immer nur
sagen, bitte störe jetzt nicht, ich überhole
gerade.“ Anfangs fiel es ihm sehr schwer
sich in dieser für ihn so rasanten Welt
zurecht zu finden: „London ist sehr hart,
da musst du stets Augen und Ohren offen
halten, um nicht unter zu gehen. Im ersten
Jahr meines Multimedia-Studiums habe
ich die Stadt wirklich gehasst.“ Aber er
lebte sich ein und fand nicht nur Freunde,
sondern gleich eine zweite Heimat.
Eine Sache schätzt er an der englischen
Hauptstadt dabei ganz besonders: „Wenn
du in London Ideen hast und bereit bist,
etwas zu riskieren, dann kannst du dort
alles erreichen.“ Einer Philosophie, der
Maciek mit einem Kollegen seit einem
halben Jahr auch in Krakau vertraut. Denn
nach ihrem gemeinsamen Studium, dem
beide nicht nur ihren Akzent sondern
auch ihre gemeinsame Vorliebe für harte
elektronische Musik verdanken, haben sie
hier ihren eigenen Club eröffnet.
„Absurd“ haben sie ihn getauft und auch
der vor einer Woche eröffnete Plattenladen trägt nun diesen Namen. Es ist ein
gewagter Schritt, pflichtet Maciek bei,
schließlich waren sich weder er noch sein
Kollege wirklich sicher, ob das, was sie
in London lieben gelernt haben, auch in
Krakau auf offene Ohren stoßen würde.
Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt,
ist aus Macieks zufriedenem Lächeln
zu lesen. Kein Wunder, verdient er sein
Geld nach eigener Aussage doch mit
dem, was er liebt. Ein Luxus, den beide konsequent pflegen, indem sie ganz
bewusst auf Individualität setzen und
nicht auf Erfolgswellen mitschwimmen,
wie sie beispielsweise der polnische HipHop zur Zeit durchlebt. „Bei Hip-Hop
Musik würde unser Club garantiert aus
allen Nähten platzen. Ich würde auch viel
mehr Geld verdienen, aber das ist eben
nicht meine Tasse Tee“, stellt Maciek klar.
Im Hause „Absurd“ sorgen Drum ´n Bass,
House und Techno für den guten Ton. Ihre
Platten bestellen sie direkt bei den zumeist
englischen Labels. Vertreibt er denn auch
polnische Platten? „Nein, so was haben
wir nicht. Das liegt einfach daran, dass
es sich hier kaum lohnt, eigene Platten zu
pressen. In Polen regiert die CD“, bedauert
der Ladenbesitzer.
Dennoch hängen immer mehr Jugendliche
an der Nadel. „Es ist aber immer noch sehr
teuer für junge Polen sich ein DJ-Set zu
leisten. Ein Gebrauchtes bekommst du für
vielleicht 800 Euro. Das ist hier eine Menge
Geld“, verdeutlicht Maciek und ergänzt,
dass er ganz bewusst versucht, die Preise
so niedrig wie möglich zu halten. Solange
aber weiterhin über 160.000 Studenten in
Krakau studieren, wird er sich um die
Kundschaft nicht zu sorgen brauchen,
denn das junge Publikum dankt ihm seine
Pionierarbeit, wie er weiß: „Die jungen
Leute sind in punkto Musik sehr gebildet.
Sie wissen genau, was sie möchten und
suchen auch danach. Die Musik nimmt
eben genau wie das Internet einen großen
Stellenwert in ihrem Leben ein.“
den“, erzählt er und ist sich sicher, dass
das junge Polen genau weiß, wohin es
will. Er stellt Ambitionen, Erfolgshunger
und hoch gesteckte Ziele vor. Der Blick
der polnischen Jugend richtet sich gen
Westen, daran lässt er keinen Zweifel.
Immer häufiger absolvierten junge Polen
ein Auslandspraktikum, Auslandssemester
oder wie Maciek selbst ein komplettes Auslandsstudium. Für immer weggehen, wolle
aber so gut wie niemand. Es gehe den
jungen Leuten viel mehr darum, Eindrücke
zu sammeln, um dann das eigene Land
weiter voranzubringen. Maciek spricht da
aus Erfahrung: „Warum glaubst du wohl,
bin ich zurück gekommen?“
ALEXANDER KEMPF (22)
Maciek beginnt zu beschreiben, wer seinen
Club besucht. Er stellt eine Generation vor,
die mit Hilfe von Kleidung, Musik und
Sprache ihren eigenen Weg sucht. „Ich
setze mich im Club oft in die Ecke und
beobachte die Jugend. Es ist faszinierend,
wie sie sprechen, sich verhalten oder kleiGENERATION POLO << 23
Ein Bett für 250 Złoty
Nirgendwo lebt es sich besser als im Studentenstädtchen in Krakau. Neben billigen Zimmern gibt es
jede Menge Vergnügungsmöglichkeiten.
Aus dem Bus betrachtet erinnert es an
das kommunistische Zeitalter: Graue,
eintönige Mehrfamilienhäuser befinden
sich dicht beieinander. Im Kontrast dazu
stehen die individuell gekleideten jungen
Leute, die geschäftig mit Aktentasche
unterm Arm über den Platz eilen oder in
Gruppen gemütlich zusammen stehen und
sich unterhalten. Meist sind es Studenten,
die hier die Straßen füllen.
So wie Magda, die an der JagiellonenUniversität in Krakau Journalismus studiert und mir heute das Leben in einer polnischen Studentenwohnung etwas näher
bringt. „Die Häuser wurden in der Zeit
des Kommunismus erbaut“, erklärt sie.
Ihr Wohnheim liegt etwa fünf Minuten
von der Busstation entfernt. Es ist nach
24 >> GENERATION POLO
dem Baum benannt, der direkt vor der
Tür steht: „Pod Gruszą“ – Birnbaum.
Hier ist Platz für ungefähr 400 Studenten,
allerdings sind noch nicht alle Betten
belegt. Das sei immer so am Anfang des
Semesters, erklärt Magda, während sie
ihre Karte zückt und durch den Scanner
zieht, um die Tür zu öffnen. Sie meldet
sich kurz bei der Dame an der Rezeption.
Rechts steht ein Fernseher, um den ein
paar kleine Sofas gruppiert sind. „Der
einzige Fernseher hier“, erzählt Magda.
Bei Fußballspielen versammeln sich alle
Studenten und schauen sich gemeinsam
das Spiel an, dann ist immer viel los. Ihr
Zimmer liegt im ersten Stock. Das Gitter
vor dem Fenster im Treppenhaus wirkt
befremdlich. Der Flur ist groß und kahl,
gegenüber des Ganges führen Türen in
weitere kleinere Flure. Rechts befindet sich
ein kleiner Gang mit zwei Waschbecken,
rechts ist eine Tür hinter der WC und
Dusche sind. Die Tür am Ende des Ganges
führt in ein kleines Zimmer, das sich
Magda für 250 Złoty (das sind ungefähr
70 Euro) im Monat mit zwei Freundinnen
teilt. Links steht ein Doppelbett, rechts
an der Wand noch ein Einzelbett. Jeder
hat seinen eigenen kleinen Tisch und der
Einbauschrank rechts neben der Tür bietet
Platz für Klamotten. Es sieht alles etwas
alt aus, aber die Studenten haben es sich
gemütlich gemacht. Auf dem Boden liegt
noch ein Teppich, das Regal ist voll mit
Büchern und Dekorationskram, an der
Wand hängen Poster, Kalender und ein
Stadtplan.
Magda bietet einen Platz auf dem Bett
an und setzt heißes Wasser für Tee auf.
Gosia, ihre Freundin und Mitbewohnerin,
hat sich gerade etwas zu Essen gemacht
und kommt aus der Küche. Ein Raum mit
drei Herden und zwei Waschbecken im
gleichen Stockwerk. Sie sei durch Zufall an
das Studentenwohnheim gelangt. Eigentlich wurde sie von der Uni einem anderen
zugeteilt, aber da diese beiden gekoppelt
sind, konnte sie in das hier wechseln.
Doch sie möchte nächstes Jahr in eine WG
ziehen. „In einem Wohnheim hat man zwar
bessere Kontakte zu älteren Studenten, die
einem bei Fragen helfen können, aber es
ist auch lauter und man kann manchmal
vor einer wichtigen Prüfung nicht schlafen,
wenn die übrigen Kommilitonen Parties
veranstalten.“
Magda dagegen gefällt es hier. Sie sei einfach unabhängiger. Wenn man sich in einer
WG nicht mit den Leuten versteht, dauert
es länger, sich etwas Neues zu suchen. Im
Wohnheim kann man einfach das Zimmer
wechseln.
Außerdem liegt es in dem „Studentenstädtchen“, das seinen Namen wegen der
vielen Studentenwohnheime bekommen
hat, die hier alle dicht beieinander liegen.
Es gibt einen Supermarkt, Bibliotheken, ein
Schwimmbad und auch für das Vergnügen
ist gesorgt: Kneipen, Klubs und Diskos
reihen sich aneinander. Die meisten sind 24
Stunden geöffnet, so dass man auch überall
ein paar Jugendliche antrifft. Magda geht
gerne ins JAMA. Die Treppe führt in ein
Kellergeschoss, Holzhöcker und -tische
stehen auf dem Boden. Doch im Moment
sind nur ein paar Leute hier, die meisten
Jugendlichen sind zu Hause oder in Bars
in der Nähe.
Mittlerweile hat die Dämmerung schon
eingesetzt und die Straßenlaternen gehen
an. Die meisten Jugendlichen bereiten
sich gerade auf den Abend vor, und
auch Magda will sich langsam auf den
Weg machen. Im Bus sieht man noch
mal die Wohnhäuser vorüberziehen, die
im warmen Licht der Straßenlaternen
etwas freundlicher wirken als im grellen
Sonnenlicht heute Mittag, bevor sich die
hektische Innenstadt wieder nähert.
STELLA VON DER EMBSE (18)
Mieszkać czy nie mieszkać ? –
oto jest pytanie
Nieustanny tupot stóp na korytarzu,
przymusowe weekendowe seanse muzyki
tanecznej i „Klub Tysiąca Pogadanek“
otwarty do póżnych godzin nocnych –
tak wygląda dzieñ powszedni studenta
mieszkającego w dumnej instytucji
uczelnianej: akademiku.
LEGENDA
„Podczas czterech lat nauki w liceum
zdążyłam zbudować wokół tego pojęcia
swoistą legendę“ – twierdzi Oliwia, mieszkanka Miasteczka Studenckiego AGH
– „Akademik był w moim przekonaniu
synonimem pełni życia studenckiego,
wylęgarnią imprez i nowych znajomości.
Oczywiście, przekonałam się, że to prawda. Nie przewidziałam jednak kilku poważnych minusów.“
Droga do zamieszkania w domu studenckim Uniwersytetu Jagielloñskiego jest
prosta. Jedyny warunek „do pokonania“
to odpowiednio niskie dochody. Natomiast
rozdział miejsc jest już prawdziwą loterią.
Należy dodać, że loterią wyznaczającą
losy jednostki przez kilka kolejnych lat.
Takim przykładem może być Gosia,
studentka II roku etnologii: „Dostałam
DS 16 przypadkowo, moje skierowanie
było przekładane z miejsca na miejsce,
aż w koñcu wylądowałam w Miasteczku
Studenckim AGH. Mieszkam tu już drugi
rok ze względu na znajomych“. Niewiele
jest osób, które chcą zmieniać środowisko
na zupełnie inne, nowe. Dlatego skład
akademików pozostaje zwykle ten sam.
SPRYT – CECHA POSZUKIWANA
Gdy ktoś po raz pierwszy przekracza progi
akademika, dobrowolnie wystawia się na
wiele pułapek. Umownym regulacjom
podlega tu wszystko, począwszy od
urządzania pokoju, poprzez korzystanie
ze sprzętów AGD, a skoñczywszy na
wprowadzaniu gości. Wszystkie te kwestie
wyzwalają w studentach nieograniczone
pokłady kreatywności. Najważniejsze
pytanie, stawiane sobie na początku
roku, brzmi „Czym zakleić te bezosobowe
ściany: tapetą, czy plakatami?“. Wachlarz
rozwiązañ mógłby posłużyć za podstawę
wydania katalogu pod tytułem: „Jak
mieszkać ładnie i tanim kosztem“, a część
mieszkañców z pewnością odniosłaby
sukces w dziedzinie dekoracji wnętrz.
Wytrwałości potrzeba również wtedy, gdy
chcemy na przykład skorzystać z pralki.
Najbardziej zdesperowani wstają nawet o
godzinie siódmej rano, by wpisać się na
listę oczekujących. W tym momencie rolę
wyroczni spełnia portiernia. Nie można
ominąć tego bastionu władzy, szczególnie
wtedy, kiedy chce się przyprowadzić
gości. Obowiązuje nieformalna zasada
„dokument na portierni albo brak
odwiedzin“. Przedłużony „pobyt“ dokumentu oznacza tylko jedno: wypisany
nocleg, co równa się stracie ośmiu złotych.
GENERATION POLO << 25
Oczywiście istnieją sposoby ominięcia
wszechmocnej portierki. Studenci zapytani
o nie odpowiadają jednak zgodnie: „Niech
to będzie nasza tajemnica“.
DYLEMAT
„Pierwszaki“ zwykle opowiadają tę samą
historię: najgorszy do zniesienia w ciągu
pierwszych kilku tygodni jest nieustanny
hałas towarzyszący każdemu krokowi.
Problemy ze snem, podkrążone oczy i
zmęczony głos stają się codziennością.
Powszechny podziw wzbudzają osoby
mieszkające w akademikach przez całe
studia. „Trzysta sześćdziesiąt osób
rozlokowanych w pokojach dwu lub
trzyosobowych (bardziej zasługujących na
miano klitek), kotłujących się we wspólnych
łazienkach może w pewnym momencie
doprowadzić do rozstroju nerwowego“ stwierdza Oliwia i dodaje z westchnieniem
– “Brakuje mi tu prywatności“. Powstaje
więc pytanie: dlaczego tylu młodych ludzi
mieszka w domach studenckich, mimo że
w tej samej cenie można znaleźć miejsce w
przyzwoitym mieszkaniu studenckim? Ci
pochodzący z daleka podkreślają, że nie
mieliby możliwości znalezienia kwatery
na własną rękę. Inni podnoszą argument
o przydatności: „Jeżeli brakuje mi jakiejś
książki lub czegoś nie rozumiem, idę po
prostu piętro wyżej i proszę o pomoc
osobę z wyższego roku“ – mówi Gosia.
Reszta stawia na atmosferę: „Żyjąc w tak
dużym zbiorowisku ludzkim, masz wielu
znajomych – zawsze znajdzie się ktoś
chętny do wyjścia w czwartek do klubu
na jakiś koncert lub wystawę.“
Niemal każdy z rozmówców przyznaje
jednak, że życie „akademikowe“ jest na
dłuższą metę męczące. Wielu planuje
„pomieszkać“ w domu studenckim
przez trzy lub cztery lata, a następnie
przeprowadzić się na stancję. Rozwiązanie
idealne? „Nie. To tylko kompromis“ słychać w odpowiedzi.
MAGDALENA DUER (20)
Düfte der Altstadt
Die Blumenverkäuferinnen
Krakaus sind Wind und Wetter
ausgesetzt
Weltkulturerbe? Klingt exotisch. Dieser Eindruck wird
bestätigt, wenn man die
Punkte der WeltkulturerbeListe überfliegt. Es befinden
sich dort unter anderem die
ägyptischen Pyramiden oder
die chinesische Mauer. Alle
dort aufgeführten Bauten gehören zu den wertvollsten
Kulturdenkmälern der Welt.
Was kaum jemand weiß: mitten unter ihnen befindet sich
die Krakauer Altstadt mit
dem Schloss Wawel und dem
ehemaligen jüdischen Viertel
Kazsimir. Sie wurden im Jahr
1978 in die von der UNESCO
angelegte Weltkulturerbeliste
aufgenommen. Zu dem Zeitpunkt hatten nur zwölf Denkmäler diese Prestigeauszeichnung.
Im Zentrum der Altstadt
liegt der Hauptmarkt Rynek
Glowny, welcher der größte
mittelalterliche Platz Europas
ist. Seit vielen Jahren prägen
die zwischen Marienkirche und
Tuchhallen gelegenen Blumenstände das Bild dieses Platzes.
Mit ihren einheitlich gelben
Regenschirmen sehen diese
kleinen Blumenläden aus der
Luft wie eine Ansammlung
von Pilzen aus.
Kazimierza Rogodzinska steht
auf dem Platz, als hätte sie
Wurzeln geschlagen, in ihrer
roten Jacke, die sich wacker
jedem Wetter entgegen setzt.
Nur im Gesicht der Frau
sind Spuren geblieben: kleine
Fältchen, die Mundwinkel
und Augen einrahmen. „Wir
26 >> GENERATION POLO
sind hier schon seit mehr als
drei Generationen einer der
wenigen Stände, die heute
noch eine Geschichte mit Tradition haben“, erzählt sie. „Etwa die Hälfte der Händler ist
nicht von hier. Alles junge, arbeitssuchende Leute, die von
außerhalb gekommen sind. Wir
sind hier auf dem Marktplatz in
zwei Lager gespalten. Die Einen
blicken auf eine langjährige
Tradition zurück, die Anderen
sind die jungen Konkurrenten.“
Kazimierza Rogodzinska arbeitet zusammen mit ihrer
Freundin, die auch Kazimiera
heißt und sechzig Jahre alt ist.
Diese pflichtet bei: „Die sind
hier fremd und haben keinen
Bezug zur Stadt.“
Bezug zur Stadt und Geschichte
ist den Krakauern enorm
wichtig: Schon alleine auf dem
Hauptmarkt, der seit dem Jahr
1257 besteht, gibt es eine Fülle an
Bauten von kulturhistorischer
Bedeutung. Unter anderem die
Marienkirche, sie wurde im
13. Jahrhundert von Krakauer
Bürgern gestiftet und zählt zu
den schönsten Gotteshäusern
Polens. Das wertvollste Kunstwerk darin ist der Hauptaltar
von Veit Stoss, einem gebürtigen
Nürnberger. Der Hauptaltar ist
dreizehn Meter hoch und zehn
Meter breit und ist der größte
mittelalterliche seiner Art in
Europa. Der Künstler arbeitete
zwölf Jahre lang an ihm. Von
einem der beiden Kirchentürme
ertönt zur jeden vollen Stunde
die Turmmusik – der Hejnal.
Der Künstler gibt den Ver-
käuferinnen den Rhythmus
an. Gewohnt an den Klang, der
über den gesamten Marktplatz
schallt, verfliegt für sie die Zeit,
in der sie auf dem Marktplatz
stehen. „Wir verbringen hier
365 Tage im Jahr und es gibt
kaum eine Wetterlage, bei der
wir nicht morgens aufstehen,
unseren Stand aufbauen und
den ganzen Tag lang auf dem
Hauptmarkt verharren“ sagt
die Verkäuferin. „Klar ist
das keine einfache Tätigkeit,
vor allem das Wetter macht
einem zu schaffen. Wir haben
hier kaum Schutz vor Wind
und Regen. Aber jeder muss
arbeiten und damit sein täglich Brot verdienen, sagt Kazimieras Freundin.
Auf die Frage, ob sie sich nicht
vorstellen könnte in einem
Blumenladen zu arbeiten,
antwortet Kazimiera mit kategorischer Entschlossenheit:
„Nein. Das ist für mich nicht
das Gleiche. Ich liebe meine
Arbeit so, wie sie ist. Hier
auf dem Marktplatz arbeiten
wir immer im Zentrum des
Geschehens, wir haben intensiven Kontakt mit den
Touristen aus aller Welt und
bekommen viel von der
Atmosphäre mit, die hier in der
Krakauer Altstadt herrscht.“
Touristenattraktionen sind auf
jeden Fall geboten und das
nicht nur durch die historischen
Bauten, sondern auch durch die
Bars, Cafes und Clubs rund
um den Marktplatz. Zentral
gelegen sind die Tuchhallen,
in denen man traditionell
polnische Waren erstehen
kann. Besonders beliebt sind
die Holz- und Lederwaren,
die viele als Andenken an
ihre Familie verschenken. Im
Obergeschoss befindet sich
das Nationalmuseum, eine
herrliche Gemäldegalerie mit
den größten und wertvollsten
Werken der polnischen Malerei und Bildhauerei des 19.
Jahrhunderts.
„Wir haben auch bei der
Stadt eine sehr wichtige Rolle.
Wir sind als die Blumenverkäuferinnen bei jedem
offiziellen Empfang dabei
und begrüßen die Gäste mit
Blumensträußen. Das ist eine
Ehre, die nicht jedem zuteil
wird“, sagt Kazimiera selbstbewusst.
„Wen haben Sie denn schon
begrüßt?“ Bei dieser Frage
kommt Kazimiera ins Schwärmen und beginnt aufzuzählen:
„Helmut Kohl, Prinz William,
Königin Elizabeth und Papst
Johannes Paul der Zweite.
All denen habe ich persönlich
im Namen der Stadt Blumen
überreicht. Aber das größte
Erlebnis war, als der Kaiser
von Japan in Krakau zu Besuch
war. Man weiß ja gar nicht, wie
man sich dem gegenüber zu
verhalten hat. Das ist doch eine
fremde Kultur! Er kam auf uns
zu und auf ganz europäische
Weise reichte er uns die Hand.
Wir übergaben ihm dann die
Blumensträuße.“
Voller Stolz schaut die alte Dame
auf mich und ich muss zugeben,
dass sie mich überrascht hat.
Zum Abschied gab sie mir noch
eine Blume mit.
ARTUR WYPYCH (18)
GENERATION POLO << 27
Der größte Friedhof der Welt
Über eine halbe Million Menschen besuchen jährlich die
ehemaligen Konzentrations- und Massenvernichtungslager
Auschwitz
Und plötzlich sieht man die Häuser. Vorher kleine Wäldchen,
beschauliche Dörfer. Jetzt rote Backsteinhäuser, exakt nebeneinander, geometrisch, ordentlich. Schon auf dem großen Parkplatz
sieht man sie. Die Besucher stehen davor und starren und
reden.
Natalia Kołodziejczyk kommt. Sie ist deutschsprachige Polin,
hager und blass, dunkle, kurze Haare. „Die Führung geht
zwei Stunden“, verkündet sie knapp. Und dann in den Hof des
Stammlagers von Auschwitz. Ein Hof, umgeben von einer Allee
mit hochgewachsenen Bäumen. Auf der Wiese liegen braune
Blätter, der Wind weht, die Sonne am Himmel nicht sichtbar.
An der Wand ein Schild: „Kinder unter 14 Jahren sollten das
Museum Auschwitz-Birkenau nicht besuchen“.
Die Häuser heißen Blöcke und sind nummiert, von damals.
„Dies war ein Ort des Martyriums. Himmler erklärte Auschwitz
28 >> GENERATION POLO
zum Zentrum der Vernichtung europäischer Juden. Aber nicht
nur Juden, sondern auch Sinti, Roma, Kranke, Kriminelle und
Homosexuelle wurden in Auschwitz getötet“, zählt Natalia auf,
ohne die Miene zu verziehen.
Und dann wird es voll und laut, Besuchergruppen strömen vorbei.
Die meisten sind junge Juden aus den USA. Viele tragen weiße
Sweatshirts mit einem blauen Davidstern, andere haben sich in
Fahnen gewickelt, einige schwenken mannshohen Flaggen. Die
meisten hocken auf dem Boden, essen, reden, gähnen.
Die deutschen Teilnehmer sind irritiert. Der 18-jährige Patrick
macht ein ärgerliches Gesicht. „Total provokant. Die interessieren sich gar nicht für das Lager.“ „Die zeigen gar keinen
Respekt“, findet Lisa. Natalia jedoch bleibt vom Lärm unbeeindruckt und winkt die deutsche Gruppe durch. Der Weg führt
vorbei am Stacheldraht. „Es gab 840 Fluchtversuche, 144 waren
erfolgreich. Der Stacheldraht war eng, rechts, bitte schauen Sie.
Für Fluchtversuche mussten alle büßen. Einige wurden danach
zur Abschreckung erhängt.“ Vor dem Stacheldraht ein Schild:
„Vorsicht, Lebensgefahr!“. „Ich möchte mich hinsetzen. Ich
brauch' einfach mal eine Pause“, raunt ein junges Mädchen.
Fremde
Weiter.
so fremd in meinem Körper
„Hier original Haare, die damals den Frauen abgeschnitten
wurden. Sie wurden nach Deutschland geliefert und dann
industriell verarbeitet. Links, bitte schauen Sie.“
Du fehlst, du warst ein Teil von ihm
Der Gestank ist überwältigend. Die ganze Vitrine voller schwarzgrauer Haare. Und noch mehr Dinge in gewaltigen Dimensionen:
Schuhberge, Kofferberge, Kleiderberge. Natalia blickt jetzt in
versteinerte, entsetzte deutsche Mienen. In den Augen einer aus
Polen stammenden Jugendlichen glitzern Tränen. „Die Männer
lebten je nach Verfassung drei bis sechs Monate, Frauen und
Kinder wurden sofort getötet. Die Menschen starben durch die
Gaskammern, durch harte Arbeit, Hunger, Erschießung und
Folter. Viele starben noch nach der Befreiung“, zählt Natalia
routiniert auf.
„Hier die Todeswand. Juden mussten sich komplett ausziehen,
dann wurden sie durch Genickschuss getötet“, sagt Natalia
nüchtern. Kränze liegen an der Wand. Einige Jugendliche beten.
„Insgesamt wurden in der Zeit des Nationalsozialismus fast elf
Millionen Juden umgebracht, anderthalb Millionen davon hier
in Auschwitz“.
Viele schließen die Augen, blicken zu Boden.
Ich fühle mich so fremd,
und jetzt ist Schmerz, wo du mal warst
und Leere, Fremde.
Ich fühle mich nicht wohl,
bin unvollständig – ohne Geist
Ich sterbe langsam – Stück für Stück.
ALEXANDER KUZNIK (17)
Hoffnung
Ich hoffe, dass das Letzte, was du hörtest,
das Rauschen der Blätter war,
ich hoffe, dass das Letzte, was du sahst,
gelb-rotes Herbstlaub war.
Ich hoffe, dass du keine Kälte durch deine
klammen Kleider spürtest,
Dann in die Zellen, in die Gaskammer, und in das Krematorium, in
dem die Leichen verbrannt wurden. Die Wände sind grau-schwarz
und der Geruch, wie vorher die Haare, weckt Assoziationen. Alle
schweigen ohnmächtig. Die jungen Juden aus den USA machen
Fotos, drängeln.
ich hoffe, dass du den Wind spürtest, wie er
Von Auschwitz ins drei Kilometer entfernte Birkenau. Noch
mehr Menschenmassen mit blau-weißen Fahnen. Ein Tor, ein
Bahngleis, ein Graben und dahinter Ruinen. Der Blick reicht
über hunderte Meter, das Gelände ist kahl. Der Wind weht. Der
Himmel ist grau. Alle marschieren hintereinander weg am langen
Bahngleis entlang.
Ich hoffe, dass du schon tot warst,
deine Seele aus der Gefangenschaft trug.
Ich hoffe, dass du Schuhe trugst und die
Erde unter deinen Sohlen spürtest.
bevor du die Stufen hinuntergingst.
MARIE KLEINE (17)
„Birkenau wurde von den Häftlingen selbst erbaut. Als die
Invasion durch die Russen drohte, wurden die Krematorien gesprengt. Vorne die Rampe, an der ein SS-Arzt über Leben und
Tod entschied. Rund achtzig bis neunzig Prozent wurden sofort
in Richtung Gaskammern gewunken“.
Schweigen. Zittern.
Auch Natalia macht eine Pause. „Hier ist die Endstation des
Lebens. Dies ist der größte Friedhof der Welt.“ Momente, da
kann man gar nichts mehr sagen.
Am Ende des Bahngleises, eine schwarze Gedenktafel: „Dieser
Ort sei allezeit ein Aufschrei der Verzweiflung und Mahnung an
die Menschheit.“
SABRINA MAZZOLA (20)
Jugendliche aus Israel bei der Besichtigung des
Massenvernichtungslagers Birkenau
GENERATION POLO << 29
Täglich in Auschwitz
Natalia Kołodziejczyk (43), Museumsführerin der Gedänkstätte
über Besucher, Belastung und Betroffenheit
Wie reagieren die Menschen, wenn Sie Auschwitz und
Birkenau besuchen?
Natalia Kołodziejczyk: Alle sind sehr ernst und betroffen, ohne
Ausnahme. Die Deutschen verhalten sich genauso wie Besucher
aus anderen Ländern.
Haben Sie außergewöhnliche Reaktionen oder Vorfälle erlebt,
seitdem Sie hier arbeiten?
Ich arbeite seit zwanzig Jahren fast täglich hier und nie ist etwas
Besonderes passiert. Es kommen sehr viele US-amerikanische
Juden hierher, von denen einige laut beten und große Fahnen
schwenken. Das ist das einzig Besondere hier.
Wie erklären Sie sich denn die großen Fahnen der jüdischen
Besucher?
Man darf nicht vergessen, dass ein sehr großer Teil ihres Volkes
hier ausgerottet wurde. Für sie ist es schwer, hierher zu kommen.
Ich glaube, sie wollen zeigen: Wir sind da, wir haben es geschafft.
Seht, unser Volk lebt noch! Für sie ist es eine Manifestation des
Lebens.
Wie fühlen Sie sich, wenn Sie täglich Besucher durch
Auschwitz und Birkenau führen?
Ich erachte meine Arbeit als nützlich und finde es gut, dass ich
sie tun kann, ohne daran kaputt zu gehen. Alle Menschen sollen
wissen, was hier passiert ist. Ich kann nicht so tief daran denken,
andernfalls könnte ich nicht jeden Tag hier sein.
Wusste die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften damals
davon, was in Auschwitz und Birkenau geschah?
Die meisten schon, da sie ja vor dem Bau der Lager umgesiedelt
wurden. Viele hatten zudem bei der Arbeit in den nahe gelegenen
Fabriken Kontakt mit den Gefangenen, einige verhalfen den
Häftlingen auch zur Flucht.
Ist es für die heutigen Einwohner der nahegelegenen Stadt
eine Belastung, neben Auschwitz zu wohnen?
Man muss die unterschiedlichen Begrifflichkeiten bedenken:
Das ehemalige Konzentrationslager hat den deutschen Namen
,Auschwitz’, die polnische Stadt, in der auch ich wohne, heißt
,Oswięcim’. So wird allein durch die Bezeichnung eine gewisse
Distanz geschaffen. In der Stadt geht das Leben seinen normalen
Gang, die Leute können ja nicht immer daran denken.
DIE FRAGEN STELLTE SABRINA MAZZOLA (20)
30 >> GENERATION POLO
Natalia Kołodziejczyk (zweite von links) im Gespräch mit
Sabrina Mazzola (links)
Unterwegs im jüdischen Krakau
Den Schal fest um den Hals gewickelt,
die Hände in der Manteltasche, laufe ich
die Straße entlang. Ich halte an. Knips.
Ein lauer Wind weht. Es ist Wochenende.
Einige Menschen sind unterwegs. Knips.
Jetzt nur noch links, rechts und dann
wieder links.
Vor mir steht ein Haus. Die Wände sind
neu gestrichen – renoviert. Ein großes
braunes Tor mit kleinen goldenen Vierecken ist symmetrisch in der Mitte angebracht. Langsam hebe ich meinen Kopf
nach oben: ein Stern. Ein sechseckiger
Stern. Ein Davidstern. Hier bin ich also.
Mitten im Judenviertel in Krakau blicke
ich nachdenklich um mich: Zahllose
Speisekarten sind vor restaurierten, kleinen, dicht aneinander gereihten Häusern
zu lesen. In grün, gelb und lachsrot gestrichenen Läden häuft sich das Angebot
von Brot, Obst und Zigaretten. Auf der
anderen Straßenseite ragt ein breites,
dunkles Gebäude in die Luft. Die Balkone
davor sind teilweise abgebrochen. Hässlich. Und wieder schaue ich auf zu diesem
Stern. Knips. Doch halt! An diesem Haus
sticht ein kleines, rechteckiges Stück alter
Mauer heraus. Es ist nicht weiß wie die
restliche Fassade. Es ist ein Stück alter
Mauer: rau, uneben und zahllose münzgroße Löcher graben sich tief in die Wand
hinein. Knips. Bedrückt mache ich mich auf
den Weg in die Synagoge.
Die Hand geballt schlage ich dreimal gegen
die schwere eiserne Tür. Ich gehe ein paar
Schritte zurück. Knips. Ein alter Mann
mit gebeugtem Rücken öffnet vorsichtig
die Tür. Seine hellen Augen mustern
mich. „Dzieñ dobry!“ Er trägt eine blaue
Weste, darunter Hemd und Krawatte.
Streng sagt er mir, ich solle mich in der
Stätte des Glaubens benehmen und nimmt
mir Eintrittsgeld ab. Prunkvoll vergoldete
Außenwände und vier Leuchter sind als
erstes sichtbar. Der Mann mit den schönen
Zähnen macht mir ein Licht an. In der
Mitte des ansonsten schlicht gebauten
Inneren ragt eine verzierte Mini-Rotunde
heraus. Zielstrebig laufe ich auf dem
roten Teppich nach vorn. Zwei ToraRollen liegen wohlbehütet unter Glas und
goldenen Gitterstäben beschützt in der
Mini-Rotunde. Knips. Durch die bunten
Fenster dringt Helligkeit. Der alte Mann
setzt sich. Er ist klein, dick und trägt
kurzes, weißes Haar, überdeckt von einer
dunkelblauen Baskenmütze. Ich laufe zu
ihm. Auf die Frage, ob er Jude sei, sagt er
zögernd „Nein“. „Kommen viele Deutsche
hier her“, will ich wissen. „Die Deutschen
geben viel Geld“, antwortet er und fügt
nach einer kurzen Pause hinzu: „Was passiert ist, ist Vergangenheit. Wir können
nichts daran ändern, sondern müssen
optimistisch in die Zukunft schauen.“
Beschämt, aber dennoch beruhigt über
seine Ansicht, schaue ich mit einem
besänftigten Blick ein letztes mal auf seine
dreckigen Fingernägel und öffne die Tür.
„Löööölääää schlööööööööööömö.“
Gesänge treten mir entgegen. Eine Gruppe
von Juden läuft auf der anderen Straßenseite hintereinander her. Sie beten laut. Es
sind große und kleine, dicke und dünne,
sie haben einen Bart oder sind rasiert,
tragen Mütze oder keine Kopfbedeckung.
Ich gehe hinaus. Die Schlange will nicht
enden. Heute ist Sabbat.
einer hohen Mauer umgeben, doch das
wilde Gestrüpp lässt dies nur ahnen.
Knips. Mit schwerem Schritt gehe ich in
die Vorhalle der daneben stehenden IsaakSynagoge. Brotstücke liegen auf Tellern
auf dem Tisch mit der weißen Decke. In
der Synagoge schallt lautes Gebet. Sie ist
überfüllt. Ein kurzgewachsener, runder,
alter Jude steht vor mir. Er hat eine Kippa
auf. Sein letzter Zahn am Unterkiefer
streckt sich mir entgegen und ist sehr
groß. „Hallo! Sprechen sie deutsch?“ Eine
Dolmetscherin kommt herbeigeeilt. Der
Mann nuschelt etwas auf polnisch.
„Welche Nationalität sind sie“, fragt mich
die Frau hektisch. „Ich bin Deutsche“,
antworte ich entschieden. Der Mann hebt
beide Arme. „Nur für Juden geöffnet“
Mit tiefer Leere schreite ich langsam in
den Innenhof. Eine große Mauer mit vergoldeten Tafeln und hebräischer Inschrift
steht dort. Knips. Ein letztes Bild. Der Film
ist voll.
VIKTORIA KLEBER (18)
Die Gebete im Ohr blicke ich durch die
Gittertür des jüdischen Friedhofs. Ich
sehe zahlreiche Grabsteine. Steinchen
liegen darauf. Die Ruhestätten sind von
GENERATION POLO << 31
Gar nicht so anders
Ein polnisches Mädchen geht auf bewundernswerte Weise
mit ihrer Behinderung um
„Gehen wir doch zu Mc Donald‘s, ich
habe solchen Hunger“, bekomme ich als
erstes von meiner Cousine zu hören, als
ich sie in der Krakauer Innenstadt treffe.
Zum ersten Mal achte ich genau darauf,
welche Steine sich ihr im Alltag in den
Weg stellen. Die erste Schwierigkeit
beginnt nämlich schon bei der Bestellung.
Viele Menschen müssen sich erst daran
gewöhnen, wie Sylwia, die gerade 18
Jahre alt geworden ist, spricht.
Ihre Mutter erkrankte während der Schwangerschaft an Röteln. Deshalb ist Sylwia seit
ihrer Geburt schwerhörig. Sie trägt ein Hörgerät, mit dessen Hilfe sie etwas besser
hören kann. Ich bin mit ihr zusammen
aufgewachsen, kann mich deshalb auch
ohne Probleme mit ihr verständigen. Ich
weiß, dass ich langsam und deutlich zu
ihr sprechen muss. Doch für Fremde ist
es schwierig, sich mit ihr zu unterhalten.
„Ich finde es immer schade, wenn ich die
Menschen nicht verstehe. Ich würde mich
gerne länger mit ihnen unterhalten, aber
das geht leider nicht“, sagt Sylwia.
32 >> GENERATION POLO
Mit traurigem Blick beginnt sie von ihrer Kindheit zu erzählen: „Es war sehr
schwer für mich, ich wusste von Anfang
an nicht, was meine Mutter zu mir
spricht. Als kleines Kind fühlt man sich
da sehr verlassen. Heute ist das natürlich
anders. Ich bin viele Jahre zum Logopäden
gegangen und meine Mutter hat mit mir
sprechen geübt.“
Man merkt sofort, dass sie sehr selbstbewusst ist. Trotz ihrer Behinderung scheut
sie den Kontakt zu Menschen nicht. Wenn
sie den Weg nicht weiß, fragt sie einfach
jemanden und hofft, dass man sie versteht.
Wenn nicht, probiert sie es wieder und
wieder. Früher war das anders. Sie ging
auf eine normale Grundschule. Dort
waren die Lehrer nicht dazu ausgebildet,
eine Schwerhörige zu unterrichten. Auch
konnte sie sich mit den Mitschülern nur
schwer unterhalten und anfreunden.
Doch mit der Zeit wurde sie mutiger.
Sie wollte nicht mehr anders behandelt
werden und beendete die Schule als eine
der Klassenbesten. Danach entschloss
sie sich, nach Krakau auf ein Internat
für hörbehinderte Jugendliche zu gehen.
Heute besucht sie dort die 12. Klasse und
ist sehr glücklich, sich dafür entschieden
zu haben. „Ich habe auf dieser Schule
Zeichen-sprache gelernt, um mich mit
tauben Jugendlichen zu unterhalten. Die
Lehrer schreiben viel mehr an die Tafel und
der Unterricht wird völlig anders geführt.“
Man sieht ihr an, wie sehr sie sich freut,
nun unter Gleichgesinnten zu sein.
Doch was unterscheidet ihr Leben von
dem normaler Jugendlicher? Auf meine
Frage nach dem Krakauer Nachtleben
antwortet sie gleich, dass sie nicht gerne
tanzen geht.
„Ich denke, dass es für mich auf jeden
Fall schwerer ist, Kontakt zu anderen
zu knüpfen. Viele erschreckt es, und sie
gehen erst einmal auf Distanz. Daran habe
ich mich aber mit der Zeit gewöhnt. Ich
versuche einfach, mich mit den Menschen
zu unterhalten. Ich möchte ihnen zeigen,
dass ich gar nicht so anders bin als sie.“
Und wenn man sich länger mit ihr unterhält, merkt man das auch. Sie geht genauso
gerne shoppen und schaut den Jungs
hinterher wie jedes andere Mädchen auch.
„Nur telefonieren, die Leidenschaft vieler
Mädchen, das kann ich leider nicht. Jedoch
gibt es ja auch noch andere Möglichkeiten
zu kommunizieren.“ Es ist für Sylwia auch
problematisch, ins Kino oder Theater zu
gehen, Musik zu hören und fernzusehen.
Dann kommt sie auf ihre Beziehung zu
Gott zu sprechen. Heute ist sie ein sehr
religiöser Mensch und lebt nach den
Geboten Gottes. Die Kirche war ihr schon
immer wichtig, nur verstand sie nie, was
dort geredet wird. Bis sie eine „Oase“
besuchte. Dort kommen Jugendliche hin,
um über ihren Glauben zu reden, und um
Gott näher zu kommen. „Es war einfach
wunderschön dort. Ich hatte einen Priester,
der sich sehr viel Mühe mit mir gegeben
hat, und der mir Gott wirklich nahe
gebracht hat. Ich verstehe jetzt endlich
viele Sachen aus der Bibel, die mir vorher
nicht klar waren. Es ist sehr schade, dass
es keine Gottesdienste für schwerhörige
oder taube Menschen gibt, denn auch sie
sollten erfahren, wie wichtig die Kirche für
uns sein kann.“
Und nach der Schule? Welche Perspektiven gibt es für schwerhörige Jugendliche
auf dem Arbeitsmarkt? „Leider gewinnen
Fremdsprachen immer mehr an Bedeutung
in der Arbeitswelt. Mir fällt es allerdings
schwer, andere Sprachen zu lernen. Ich
habe drei Jahre lang deutsch gelernt, kann
aber kein Wort sprechen. Die Grammatik
war schwer für mich, besonders aber
die Aussprache. Ich kann polnisch nicht
richtig sprechen und dann fallen mir
andere Sprachen noch schwerer.“ Nach
dem Abitur würde Sylwia gerne etwas
mit Kindern machen. Kindergärtnerin
wäre schön. Dafür braucht man zum
Glück keine Fremdsprachen. Sie denkt
aber auch an ein Studium. Ihre Schule ist
gerade im Aufbau einer Hochschule für
Taube und Schwerhörige – „Ich halte das
für eine sehr gute Idee und hoffe dass dies
realisiert wird, weil es für Leute wie mich
einfach unheimlich schwer ist, sich an einer
normalen Schule weiterzubilden.“
Ich glaube, dass sich Sylwias Leben nicht
sehr von unserem unterscheidet. Sie geht
bemerkenswert mit ihrer Behinderung um
und wird bestimmt auch erreichen, was sie
sich in ihrem Leben vorgenommen hat.
DAGMAR WAWRZYCZEK (17)
Unter Widdern
Das Krakauer Kabarett „Piwnica pod Baranami“ hat mit Worten
gegen den Kommunismus gekämpft
Am Eisentisch mit einer Eisenkaffeetasse,
links der Eingangstür des Journalistischen
Instituts der Krakauer JagiellonenUniversität, sitzt eine Eisenfigur. Auf
dem Tisch steht ein Blumentopf, in der
Hand hält die Figur eine frische Rose.
Eine Erinnerung an Piotr Skrzynecki, der
hier immer Kaffee trank. Er hat 1956 das
Kabarett „Piwnica pod Baranami“, (auf
deutsch: „Keller unter den Widdern“)
gegründet und hat es bis zu seinem Tod
1997 nicht verlassen.
Der Name des Kabaretts ist zweideutig: Er
ist erstens eine Anlehnung an den Namen
des Hauses „Palais unter den Widdern“, in
dessen Kellerräumen die Kleinkunstbühne
ansässig ist. Außerdem befand sich damals
im Obergeschoss das Büro der verachteten
kommunistischen Partei und „Widder“
meint in der polnischen Sprache auch
Schafskopf.
In diesem Kellerkabarett traf sich einst die
akademische Jugend und die Künstlerelite
Polens. Hier entstanden Programme,
wurden Lieder gesungen und Gedichte
mit politischen und nationalen Charakter
vorgetragen. In Polen, dessen Volk durch
seine Geschichte stetig um eine nationale
und politische Identität kämpfen musste,
haben Künstler eine wichtige Rolle gespielt.
Sie haben in Liedern und literarischen
Texten nationale und kulturelle Werte
weitergetragen.
unter den Widdern“ als Gewinner des
Studentischen Festivals gekommen und
wurden zu polnischen Berühmtheiten.
Die Arbeit der Künstler lief natürlich
nicht ohne Verbote und Verhaftungen
ab. Das Kabarett wurde mehrmals von
den Kommunisten stillgelegt. Keiner hat
sich aber brechen lassen. Hier sind immer
wieder die wichtigsten Persönlichkeiten
der polnischen Kunst aufgetreten. Unter
ihnen Ewa Demarczyk, Marek Grechuta
und Grzegorz Turnau. Viele Künstler,
wie Turnau, waren zum Kabarett „Keller
Das Festival entstand 1974, als der Kampf
gegen den Kommunismus zunahm.
Dies lief in den akademischen Kreisen
am stärksten ab. Literarische Texte mit
versteckten nationalen Werten wurden
von den Studenten mit einfachen Mitteln
bearbeitet und vorgestellt – Gesang und
Gitarrenspiel. Einer der bekanntesten,
der mit den Worten kämpfte, war Jacek
Kaczmarski. Oft wurde er für seine Texte
verfolgt. Er sang über die Mauern, die
fallen werden, über die Jagd auf die jungen
Wölfe. Und das ganze Volk sang mit ihm.
Die Lieder gingen von Mund zu Mund
bis der Kommunismus zusammenbrach.
Heute sagt man, dass Polen ein Land ist,
wo die Dichter heilig sind. Keiner von
ihnen wurde vergessen.
Das Studenten-Liederfestival in Krakau
hat am vergangenen Wochenende zum
vierzigsten Mal stattgefunden. Es hat an
seiner Bedeutung nichts verloren. Heute
schützt man seinen Geist vor dem Kitsch
und Kommerz, die den polnischen Markt
zur Zeit überschwemmen.
KATARZYNA PFEIFFER (34)
GENERATION POLO << 33
Szkoła Kultury
Chcesz zacząć robić profesjonalne zdjęcia,
nauczyć się flamenco lub tańca brzucha?
Zgłoś się do Śródmiejskiego Ośrodka
Kultury przy ulicy Mikołajskiej 2 w Krakowie
Instytucja ma swą siedzibę w urokliwej
kamienicy w pobliżu Kościoła Mariackiego. Oprócz niewątpliwych zalet takiej
lokalizacji, ma jednak znaczącą wadę: zbyt
mało przestrzeni. Ogranicza to możliwości
rozwoju, choć oferta Ośrodka jest bogata.
Obecnie odbywają się kursy: malarstwa
i rysunku, tańca współczesnego, tańców
fotografii
latynoamerykańskich,
artystycznej, historii sztuki oraz kurs
aktorski. Wszystkie zajęcia, prowadzone
przez wyspecjalizowaną kadrę, składają
się z części teoretycznej i praktycznej.
Ciekawą propozycją jest organizowane od
dziesięciu lat Studium Aranżacji Wnętrz,
które obejmuje dwa lata nauki i kończy
się otrzymaniem dyplomu. Największym
zainteresowaniem cieszy się niezmiennie
od kilku lat kurs tańca flamenco, zaraz
po nim jest kurs fotografii artystycznej.
Uczestnicy warsztatów to głównie
studenci, w odróżnieniu od domów
kultury, gdzie zajęcia adresowane są do
dzieci i młodzieży szkolnej.
Oprócz kursów rozwijających zainteresowania Ośrodek oferuje specjalistyczne
zajęcia dla uczniów. W ich zakres
wchodzą m.in.: zajęcia relaksacyjne dla
dzieci mających problemy z frekwencją
w szkole, zajęcia informacyjne na temat
profilaktyki uzależnieñ, warsztaty autorozwoju, zajęcia integracyjne, nauka mediacji, kółko wiedzy psychologicznej,
treningi interpersonalne, a także Teatr
Profilaktyczny – zajęcia koñczące się
wystawieniem sztuki.
34 >> GENERATION POLO
Oferta warsztatów zmienia się wraz
z zainteresowaniami uczestników. Kiedyś
Ośrodek prowadził bardzo popularną
Akademię Filmową, która dziś nie działa
z powodu braku chętnych. Latem furorę
zrobił kurs tañca brzucha, który wraz
z nadejściem jesieni przestał się cieszyć
powodzeniem.
Niestety kursy są odpłatne, gdyż na
prowadzenie działalności stricte edukacyjnej brakuje środków. Pieniądze,
które pochodzą z Wydziału Kultury przy
Urzędzie Miasta, wystarczają wyłącznie na
działalność Ośrodka w zakresie szerzenia
kultury poprzez organizowanie wieczory
poezji, wystawy, koncerty, spotkańia
z artystami, a także różnego rodzaju
konkursów. Najbardziej znanym z nich
jest odbywający się już od dwunastu lat
Ogólnopolski Konkurs Poetycki „Dać
Świadectwo”. Główną jego nagrodą jest
wydanie tomiku wierszy. Również co
rok odbywa się lipcowy Przegląd Małych
Form Teatralnych, który cieszy się dużym
powodzeniem.
Jak trafnie zauważył dyrektor Ośrodka,
Janusz Paluch – Gdyby nie ośrodki i domy
Kultury, młode pokolenia znałyby sztukę
tylko z telewizji. Warto zainteresować się
ofertą Śródmiejskiego Ośrodka Kultury,
ponieważ przyjemnością jest poznawanie
sztuki, a jeszcze większą – jej tworzenie.
AGNIESZKA BUCZEK, KATARZYNA WITAS
Ein teures Kultur-Wunder
Das Haus der Kultur in Krakau bietet vielfältige, aber teure
Kurse. Die Teilnehmer tanzen, malen, grübeln, singen,
zeichnen und studieren.
Es riecht nach Scheuermilch und
Ölfarben. Neonlicht beleuchtet die
neun Teilnehmer des Mal- und Zeichenkurses. Paula zeichnet, Kasia und
Anna flüstern, Edyta kaut an ihrem
Pinsel. Es ist Edytas erster Kurs an der
„Śródmiejski Ośrodek Kultury“, dem
Haus der Kultur in Krakau. „Ich hab
von Freunden gehört, dass der Lehrer
mit Leidenschaft, Begeisterung und
Niveau unterrichtet“, erzählt sie und
streicht sich eine rote Haarsträhne aus
dem Gesicht. Das Haus der Kultur bietet
Literatur-, Flamenco-, Geschichts-, Thai
Chi- und viele andere Kurse an. Kinder,
Studenten, Schüler und Erwachsene
schreiben, zeichnen, lesen, und tanzen.
Das „Śródmiejski Ośrodek Kultury“
entspricht etwa der deutschen Volkshochschule. „Wir bieten hier KonsumKultur, auch wenn das ein schreckliches
Wort ist“, sagt der Direktor Janusz
Paluch. An seiner Tür klemmt eine
Stoffrose. Über seinen Bildschirm läuft
der Text: „Halt durch Janusz, nachher
gehen wir ein Bier trinken. Karinka.“
Paluch lächelt. „Die beliebtesten Kurse
sind Flamenco und Fotografie. Orientalischer Bauchtanz wird wegen Teilnehmermangel leider nicht mehr angeboten.“ Früher lernten Studenten hier
Filme zu drehen und zu schneiden,
brüteten über Drehbüchern und Per-
spektiven. Die Filmakademie wurde
zum Kulturhaus. 1960 entschied das
Zentralkomitee der polnischen Arbeiterpartei, eine Plattform für Kultur zu
schaffen. Seit der Wende werden nicht
mehr nur sozialistische Literaturkurse
sondern auch Flamenco, moderne Kunst
und Tango angeboten. Etwa dreißig Euro
pro Monat kostet ein wöchentlicher Kurs,
so viel wie 33 Packungen Fertig-Pieroggen,
polnische Teigtaschen. Viel Geld – gerade
für Studenten. „Ich kellnere jeden Abend,
weil ich unbedingt hier Innenarchitektur
studieren will.’’ Magdalena dreht die
Papprolle mit ihren Zeichnungen in den
Händen. Innenarchitektur ist der einzige
Studiengang, den das Haus der Kultur
anbietet. Nach zwei Jahren, 240 Stunden
und umgerechnet 670 Euro schreiben die
Stundenten eine Prüfung und erhalten ein
Diplom.
Magdalena ist 24 Jahre und studiert Kulturmanagement an der Uni. „Das Innenarchitektur-Studium mache ich nur, weil es
mich interessiert und ich vielleicht später
Designerin werden will. Hier im Haus der
Kultur findet jeder einen Kurs für sich, es
gibt so viele Angebote.“ Außer den Kursen
bietet das Haus der Kultur auch Konzerte,
Ausstellungen und Wettbewerbe. Die
Ergebnisse eines Schreib-Wettbewerbs
wurden als Buch herausgegeben, der Titel:
„Warten auf ein Wunder“.
Ein kleines Wunder wächst gerade
im Industrieviertel „Nowa Huta“, ein
Vorort Krakaus mit hoher Arbeitslosigkeit und leer stehenden Plattenbauten. Hier hat Direktor Paluch vor
wenigen Jahren ein neues „Haus der
Kultur“ bauen lassen: „Dort lungern
Jugendliche auf den Straßen, prügeln
und trinken. Wir wollen Perspektiven
bieten und Kultur vermitteln.“
In dem Altbau des Hauses der Kultur
in Krakau hat gerade eine Ausstellung
eröffnet. An den Wänden hängen die
Bilder der Foto-Gruppe: ein Seerosenteich, tau benetzte Spinnweben, ein
Frauengesicht, ein Gipfelkreuz über
einer Wolkendecke. Die dunkelroten
Vorhänge schlucken den Lärm der
Straße. 440 Zloty, etwa fünfzig MensaEssen oder vierzig Kinobesuche,
bezahlen Teilnehmer für den FotoKurs.
Es ist 18 Uhr. Die Kunststudenten schieben ihre Staffeleien an die Wand. Edyta
schraubt die Farbtuben zu, spült ihren
Pinsel aus, schultert ihren Rucksack und
läuft die Holztreppe hinunter .
HANNA DRIMALLA (18)
GENERATION POLO << 35
Polen – ein neues Mitglied der EU
Sind die Krakauer Studenten interessiert oder desinformiert?
Rynek Glówny – der Hauptmarkt. Ein
beliebter Treffpunkt der Jugendlichen.
Weitläufig und hektisch, romantisch
und modern – ein bunter Stilmix. Cafés
und Restaurants, Kirchen und Souvenirs,
Kultur und Prunk. Der Platz wirkt sehr
belebt. Hier und jetzt ist Action angesagt.
Ein perfekter Ort, um Menschen zu
begegnen, und die Krakauer Mentalität
etwas besser kennen zu lernen.
Die jungen Gesichter sehen zum Teil
nachdenklich aus. Wir suchen uns einige
polnische Studenten heraus, entführen sie
für fünf Minuten aus dem Alltag, denn wir
wollen ihre Meinung wissen: Ist es wirklich
gut, dass Polen der EU beigetreten ist?
Was hat sich seit Mai 2004 verändert? Und
schließlich das, was uns persönlich angeht:
Wie stehen die Polen zu den Deutschen?
„Przepraszam“ – Entschuldigung. Die junge
Studentin sieht uns verwundert an. Sie ist
19 Jahre alt und studiert Zahnmedizin.
36 >> GENERATION POLO
Sie hat gerade eine Pause zwischen den
Seminaren, als wir sie im Mc Donald‘s bei
einer Tasse Kaffee interviewen möchten.
Sie interessiert sich für die europäischen
Beziehungen, und gerade darüber wollen
wir ja auch sprechen. Sie wirft einen
neugierigen Blick in unsere Unterlagen, ist
offensichtlich gespannt auf das Gespräch.
Man sieht ihr an, dass sie gerne plaudert.
Die 19-Jährige findet den Beitritt Polens
in die Europäische Union richtig. So kann
sie die Kontakte mit ihren Freunden aus
Amsterdam, Hamburg, Barcelona und
London besser aufrechterhalten.
Genau unsere Meinung. Man fühlt sich so
viel näher, man gehört zur europäischen
Gemeinschaft. „Ganz klar hat man bessere
Perspektiven. ,Grenzstudiengänge‘, zum
Beispiel in Breslau, können endlich ausgebaut werden. So können wir Deutschland
und die anderen Nachbar-staaten besser
kennen lernen. Irland, Italien – alle diese
Länder kann ich jetzt endlich erleben!
Außerdem ist die Wirtschaft in Polen
jetzt schon viel besser dran als vor einigen
Jahren.“
Der Brezelverkäufer, den wir an der Ecke
gesehen haben, hat auch eine freie Minute
gefunden. Er ist 25 Jahre alt, hat gerade
sein Informatikstudium abgeschlossen
und jobbt hier nebenbei. Sein Gesicht
wirkt verschlafen, jedoch bietet er freundlich seine Hilfe an. „Ich habe ja sonst
nicht viel zu tun.“ Im Gegensatz zu der
Studentin sieht er weder Vor- noch Nachteile bezüglich der „EU-Frage“. Generell
zeigt er kein besonderes Interesse an
Politik. Jedoch kann der Student aus der
Sicht eines Brezelverkäufers berichten und
die Situation vor Ort beurteilen. Für die
Käufer aus dem Ausland wirkt sich der
Beitritt natürlich positiv aus, im Gegensatz
zu den Kleinhändlern, die ihre Geschäfte
schließen müssen. Großkonzerne kommen
– Kleinhändler gehen (unter). Für sich
persönlich habe er jetzt keine besonderen
Veränderungen gespürt. Was halten die
Polen von den Deutschen? Herrschen
unter den Studenten Vorurteile? Ist
die moderne Jugend tolerant oder eher
nicht? Die 19-Jährige beschreibt einen
typischen Deutschen kurz und prägnant:
nett, witzig und offen. Ihrer Meinung
nach würden wir, die Deutschen, offen
unsere Einstellung äußern, uns auf
Diskussionen einlassen und uns generell
locker in der Gemeinschaft verhalten. Da
muss man wirklich anmerken: Sie kennt
sich aus! „Ich habe doch viel Kontakt
zu meinen Freunden in Hamburg: Sie
spielen Volleyball und sind einfach prima
drauf!“
Der Brezelverkäufer hat eine etwas andere Perspektive. Offensichtlich hat er
viel Kontakt zu den deutschen Touristen,
so dass er diese mittlerweile klar von
anderen Stadtbesuchern, ja sogar von
Österreichern, unterscheiden könne. „Ihr
habt eine ganz andere Art.“ Außerdem
sei es bemerkenswert, dass deutsche
Männer meist eckige Brillen tragen. „Sie
sind hellhäutig und haben blondes Haar.“
Vom Charakter seien wir eher steif – wir
lächelten nicht. (Diese stereotype Beschreibung kam uns schon eher bekannt
vor.)
„Die deutsch-polnischen Beziehungen sind
so gut wie nie zuvor.“ Dieses Zitat haben
wir in einem Reiseführer gefunden. Unsere
Gesprächspartner sollten diese Aussage
bewerten. Die Zahnmedizinstudentin
stimmt eher zu: „Die Vorurteile, die nach
dem Krieg die Gesellschaft beeinflussten,
haben sich mittlerweile gelegt.“ Kennen die
Krakauer Nürnberg als ihre Partnerstadt in
Deutschland? Auf diese Fragen kann uns
keiner von den Beiden eine positive Antwort
geben. Die Studentin möchte allerdings die
Adresse des Nürnberger Hauses in Krakau
wissen. Sie zeigt Interesse, und das finden
wir recht erfreulich!
Wegen seinem doch etwas geringerem
Interesse an Politik kann der 25-jährige
Student die Aussage nicht beurteilen.
Schade.
YULIANA LYULEEVA (18)
Polen und die EU
Fünf Studentinnen aus Krakau zum
Beitritt ihrer Heimat in die EU
Wir schlenderten stundenlang durch die
Krakauer Altstadt, um eine Antwort auf
die Einstellung der polnischen Bewohner
zum Beitritt Polens in die Europäische
Union zu erhalten. Durchgefroren entschlossen wir uns jedoch dann in einem
gemütlichen und doch einfach eingerichteten Lokal bei einer heißen Schokolade zu verweilen.
Inmitten der zahlreich anwesenden Studenten fühlten wir uns auf Anhieb wohl.
Wir lauschten mal dem Männergespräch
von nebenan und mal dem hellen Lachen
der jungen Frauen, die elegant an ihrem
Rotwein nippten. Ihre sympathische Ausstrahlung weckte unsere Neugier.
Wer steckt hinter der fröhlichen Fassade
- sind es gebürtige Krakauerinnen oder
etwa doch Touristinnen? Bevor wir die
Fragen gedanklich vollständig ausführen
konnten, saßen wir bereits nach einer
unbeschreiblich warmen Begrüßung
durch die fünf Pharmaziestudentinnen alle
versammelt um einen runden Holztisch.
Aufgeregt fragte mich Kasia (24): „Welches Ziel verfolgt ihr eigentlich mit
dem Gespräch?“ Mit der Beantwortung
dieser Frage und einer amüsanten Vorstellungsrunde viel uns der Einstieg in
das Interview nicht mehr schwer.
Studienplatz im Ausland verbessert. Zum
Beispiel in Deutschland. Dort studiert eine
gute Freundin aus London und sie ist mit
der Studiengestaltung in allen Punkten
zufrieden“, erzählt Justyna (22).
Ihre Aussage, die sich aus der Diskussionsrunde herauskristallisiert hat,
machte mich besonders nachdenklich,
denn was oder wie denken eigentlich
unsere polnischen Nachbarn über uns?
Wir baten sie, Karikaturen von einem
ihrer Ansicht nach typischen Deutschen
zu zeichnen. Damit die Kunstwerke
noch mehr Ausdruck und Intensivität
erhalten, musste jede Studentin je
drei ausschlaggebende Eigenschaften
nennen.
Ania (23) hebt ihr Weinglas stellt es
jedoch wieder hin ohne einen Schluck zu
nehmen. „Stopp Magda, warum sollten
wir abwarten und nur zusehen, schließlich
besitzen wir jetzt schon die Chance unser
Glück im Ausland zu wagen und dies
sogar nur mit einem Personalausweis!“
PAULA HYZY (18)
„Ich bin sehr glücklich, dass es Polen in
die Europäische Union geschafft hat, denn
jetzt haben sich die Aussichten auf einen
GENERATION POLO << 37
Generacja „nic”
Były ponoć takie czasy, gdy szło się na studia nie po to tylko,
by piąć się po z góry ustalonym szlaku na kolejne piętra
przyszłej kariery. Były czasy, gdy młodzi ludzie mieli dużo do
powiedzenia i nie rezygnowali z zabierania głosu w pewnych
sprawach. Dziś idealizmu i zaangażowania brak. Kultury
studenckiej nie ma.
Bzdurą jest życie w przeświadczeniu, że działać można było
tylko w czasach gorących politycznie – ale mowa tu o okresie
odzyskiwania przez Polskę niezależności, który rzeczywiście
wymagał pewnych klarownych postaw. Tak twierdzący domagają
się najwidoczniej powrotu systemu, o którym wszyscy wiemy,
że był zły, by móc go ponownie obalać. Absurd.
Gdzie dopatrywać się przyczyn?
Nie jest też prawdą, że młodzi ludzie nagle, nie wiedzieć skąd,
przeszli jakieś totalne przeobrażenie osobowości, by przez to
stracić - jak za dotknięciem czarodziejskiej różdżki - chęć do
wspólnych działań.
Najprościej stwierdzić, że to naturalny skutek odzyskania wolność,
tego, słowa, że studenci mają pełną swobodę wyrażania się , a
więc zgodnie ze starą i prawdziwą regułą - „to co dozwolone, już
tak nie kusi”. A może dzieje się tak dlatego, że młodzież zmieniła
się, że jest zepsuta, niewychowana etc. (Można by tu wyliczyć
jeszcze całe mnóstwo określeń, którymi operują zbulwersowani
młodym pokoleniem czterdziestolatkowie).
38 >> GENERATION POLO
Przyczyna, bądź choćby jej część, leży zupełnie gdzie indziej. Dziś
przeciętny dziewiętnastolatek, który zostaje przyjęty w poczet
studentów dowolnej uczelni traktuje te czekające go pięć lat jako
etap pracy na drodze do kariery. Już w czasie studiów zaczyna
więc pracować, wtłacza się powoli w maszynę kapitalistycznej
konkurencji. Brzmi to może dość niewiarygodnie i przyznam, że
nie można generalizować, ale odnosi się to zapewne do jakichś
pięćdziesięciu procent (wyrażam tu opinie oparte na obserwacjach,
nie tylko moich, ale dużo szerszego grona studentów). Kolejne
pięćdziesiąt to z kolei tacy, którzy do sprawy podchodzą ze strony
całkiem przeciwnej - okres studiów traktują jako odsuwanie bycia
odpowiedzialnym w najdalszą przyszłość.
I nie ma w tym, co napisałam powyżej, zdecydowanego wyrzutu
skierowanego do młodych, którym „się nie chce”. Chodzi o to,
że rzeczywistość nas otaczająca, warunki, w których istniejemy
zwyczajnie sprawiają, że powoli zapominamy, jak to jest robić COŚ
po to tylko, by wyrażać poglądy, by się spełniać, prezentować, co
mamy do powiedzenia, nie oczkując zysku, a raczej satysfakcji
z tworzenia czegoś wspólnego, co odzwierciedlałoby nasze
pokolenie.
Dlatego dziś najczęstszym odzewem na rzucone wśród studentów
hasło zrobienia CZEGOŚ jest...milczenie, ewentualnie zapytanie
– co będę z tego miał.
Efektem zauważalnym, np. w Krakowie (tu studiuję, więc na
tym mieście się skoncentruję), jest brak miejsca, do którego
młodzi ciągnęliby z zainteresowaniem, brak w końcu osób,
którym zależałoby na wykreowaniu takiego miejsca . Klub „Pod
Jaszczurami”- dawniej znany jako centrum życia studenckiego
– praktycznie dogorywa. Nie to, by świecił pustkami (np. w
piątkowe i sobotnie wieczory – wręcz przeciwnie) gorzej tylko
z tym, że tłum gromadzi urządzana tam wówczas dyskoteka,
bez jakkolwiek wyszukanego repertuaru muzycznego, a średnia
wieku przychodzących jest znacznie niższa niż wiek studentów
- pierwszoroczniaków.
po roku 80 „generacja nic”, lider zespołu Pidżama Porno –
Grabarz zaś śpiewa w jednej ze swoich piosenek „...generacja
chora od przemocy, młodzi policjanci – młodzi kibice, kretyni
kontra kretyni"). Jednak tak naprawdę mamy wszyscy bardzo
dużo do powiedzenia – a raczej każdy z osobna ma bardzo dużo
do powiedzenia. O tym świadczą chociażby przedsięwzięcia
młodych polskich reżyserów, którzy w ostatnich latach stworzyli
całkiem „nową jakość”- współczesne kino off’owe. Takie filmy jak
„Cześć, Tereska”, „Eddy”, „Warszawa” czy laureat tegorocznych
Złotych Lwów w Gdyni „Pręgi” pokazują, że młode pokolenie
wreszcie też chce zabrać głos, że ma swoje, całkowicie odmienne,
świeże spojrzenie na sztukę.
Wciąż nie ma jednak porozumienia między „młodymi –
gniewnymi”, którzy postanowili przerwać milczenie. Na
uczelniach, które dawniej były centrami wymiany poglądów
,trwa jak gdyby śpiączka kulturalna. Nie pomaga też członkom
„generacji nic” hermetyczność starszych środowisk twórczych.
Sytuacja nie jest jednak bez wyjścia.
Może, gdy w kraju trochę się ustabilizuje, przełoży się to także
na postawy młodych, którzy nie będą już tak mocno zaszczuci
wizją konieczności walki o swoje.
Może na nowo odkryjemy i uwierzymy w sens piwnicznej pieśni:
„Ta nasza młodość, ten szczęsny czas, ta para skrzydeł skulonych
w nas...”
Może... ... Ja w to wierzę ...
KAROLINA PASTERNAK (20)
W Krakowie knajp, do których można pójść potańczyć, wypić
piwo, pogadać o rzeczach ważnych lub zupełnie od rzeczy, nie
brakuje – żebyśmy się źle nie zrozumieli – nie ma jednak żadnej,
z którą byśmy się my, studenci UJ (Uniwerstytetu Jagiellońskiego),
AP (Akademii Pedagogii) czy PK (Politechniki Krakowskiej) i
wszystkich innych uczelni, utożsamiali.
Przypomina się w tym momencie, że były czasy – gdy
z inicjatywy kilku zaledwie osób z wizją, nie pytających o
osobiste korzyści, powstało w Krakowie centrum, będące przez
ponad 40 lat z przerwami azylem. „Piwnica pod Baranami”
– było to miejsce magiczne. Niektórzy mówią, iż działo się
tak za sprawą jej głównego organizatora i ukochanego przez
widownię konferansjera – Piotra Skrzyneckiego. I jest w tym
zapewne bardzo wiele prawdy. Nie zmienia to jednak faktu, że
Piwnica przez te wszystkie lata istniała, bo byli ludzie – młodzi
studenci szkoły aktorskiej i nie tylko - którzy poświęcali się, by
ją stwarzać....i tacy, dla których każdego wieczoru stawała się
miejscem docelowym.
Wspomniałam o tym przedsięwzięciu grupy krakowskich
artystów nie po to, by nakłaniać do wskrzeszania miejsca, które
wraz ze śmiercią Skrzyneckiego także praktycznie umarło (choć
teoretycznie wciąż odbywają się tam koncerty, które nie ściągają
jednak nawet jednej dziesiątej uwagi, którą ściągały, gdy żył
pan Piotr), lecz po to, by zauważyć, że wspomnienie świetności
przeżyć, których tamto miejsce dostarczało, może stać się dziś
inspiracją dla młodych.
Nasza generacja – oceniana jest negatywnie (Autor tekstów i
członek zespołu Cool Kids of Death pisze o ludziach urodzonych
GENERATION POLO << 39
Kosmopolitischer Apfelstrudel
Eine Backware verbindet
„Das Leben ist kein Wunschkonzert.“
Erst recht nicht in Bezug auf Politik.
Irgendjemand sagte einmal, Politik sei wie
Apfelkuchen – frisch und warm mag ihn
jeder, steht die Politik jedoch länger, wird
sie ungenießbar. Wir wissen seit „American
Pie“ welchen Stellenwert ein Apfelkuchen
einnehmen kann. Der Apfelkuchen ist
zum Symbol kosmopolitischer Selbstverwirklichung geworden. Doch welchen
Bezug hat ebendieser kosmopolitische
Strudel auf unsere Gesellschaft?
Man könnte jetzt scharf behaupten, dass
unsere Gesellschaft im Grunde sowieso
nicht mehr ist als ein Apfelkuchen – eine
homogene Masse mit harten rechten und
linken Rändern und einem Deckel. Doch
wird diese Meinung vermutlich auf wenig
Gegenliebe stoßen. Vielleicht sollte man
an einem konkreten Beispiel zeigen, wie
allgegenwärtig die Idee ist.
Exemplarisch soll das fruchtige Backwerk
der Stadt Krakau beleuchtet werden. Auf
den ersten Blick wirkt die ehemalige
Kulturhauptstadt nicht wie die Masturbationsphantasie eines postpubertären
Teenagers. Doch möglicherweise liegt
gerade da der Hase, beziehungsweise
der Schweinigel im Pfeffer. Man läuft
durch Krakau und kann gut und gerne
Süßspeisen entdecken, doch dass der
Rynek Glowny kalorienträchtig ist, leuchtet beim besten Willen nicht ein.
Man möge nicht alles verdammen, was aus
dem ehemaligen goldenen Westen kommt,
nur möge es dahin gestellt sein, ob „Sex
and the City“ oder ähnliche Produkte
„westlicher Kultur“ wirklich zu ebendieser
gezählt werden sollten, beschreiben sie
doch explizit die Orgasmus-Phantasien
von vier Singlefrauen, die zwischen Manolo
40 >> GENERATION POLO
Blahniks und allgemeiner BeziehungsTorschlusspanik pendeln.
In gewisser Weise ist Krakau als unheimlich junge Stadt mit uraltem Erbe ein
bisschen wie eine Sammelbüchse für
Apfelkuchen, Primetime-Sitcoms oder
Sexartikel. Krakau ist Sex, ist Leben –
Krakau ist das New York Europas – und
zeigt das auch. Und dass der Apfelstrudel
nicht kalt wird, darum kümmert sich Krakau politisch und gesellschaftlich selbst.
Wird Krakau von älteren Menschen wegen unglaublicher Kultur geschätzt, zieht
der allabendliche Sexappeal einer Carrie
Bradshaw die jungen Menschen in die
Stadt zum Feiern. Doch Krakau weiß
eben diese Anziehungskraft, die sich
in Bars und in der jungen Gesellschaft
widerspiegelt, wohl dosiert einzusetzen.
Lockerer Charme, kein aufdringliches
Auftreten machen Stadt und Mensch sofort sympathisch.
Doch so positiv die soziokulturellen Aspekte in Bezug auf Krakau sein mögen,
sollte man nicht vergessen, dass Sexappeal
meistens zwangsläufig zu Sex führt. Doch
gerade da liegt das Problem. Seit der
langsamen Menschwerdung weiß man
– und vor allem gerade Mann – dass Sex
gefährlich ist. Einerseits führt er nämlich
unbequemerweise in vielen Fällen zu
Vermehrung, was Kreaturen wie Daniel
Kübelböck und Konsorten sowie generell
Einkommenseinbußen und verstärkte
Großelternbesuche zur Folge hat.
Weil das häufig unter Ausschaltung des
Verstandes passiert, ergeben sich zwangsläufig im Verlauf und vor allem in der mittelbaren Zukunft des Triebes die eigen-
artigsten Konstrukte: die monogame Ehe,
Video-Solokabinen et cetera. Dies alles hat
man dem Sex zu verdanken. Und dazu
außerdem noch Unmoral, Gefährdung des
Standorts im Allgemeinen sowie Rückenmarkschwund.
Krakau ist so westlich, dass es nicht nur
die „guten Seiten“ abgeschaut hat, sondern
möglicherweise auch die minder jugendfreien Seiten des „Hochglanzprospekts
Europäische Union“, als es sich im Mai
diesen Jahres als neuer „mitwirkender
Autor“ ebendieser Broschüre angeschlossen hat.
ALEXANDER KUZNIK (17)
Der Unterschied
„Gibt es bei euch in Krakau auch Frauenfußball?“ – „Nein.“
„Will denn die polnische Frau nicht auch mal Fußball spielen?“
– „Zu unweiblich.“
Hier stehe ich nun, mitten in Krakau und
denke über das dünne Mädchen da vorne
nach. Sie zündet sich gerade eine Zigarette
an. Ich finde es übertrieben, ihre schwarzen
Stiefel zu dem Mini. Aber ich gebe zu, ihre
Beine sind schön. Trotzdem hätte sie die
Zeit, die ihr Make-up heute Morgen in
Anspruch genommen haben muss, ruhig
sinnvoller nutzen können. Vielleicht, um
zu frühstücken. Doch wer weiß, sie könnte
auch eine von denen sein, die essen und
essen und anmutige Grazien bleiben. Von
denen scheint es in Polen ja einige zu geben.
Ich werfe einen neidischen Blick auf sie,
beiße in meinen Bagel und gehe weiter. Ein
polnisches Mädchen ist hübsch, weiblich,
modebewusst und ausführlich geschminkt.
Ist sie damit die Traumfrau eines polnischen
Jungen?
Der Teenyfilm-Looser-Typ braucht jedoch
um einiges länger für seine Idee eines
Traumgirls. Ich setze meinen Bummel
über den Krakauer Marktplatz fort, in dem
Bewusstsein, dass es dem Polen sowieso
schnuppe ist, ob meine Schuhe zu meiner
Hose passen.
„Was denkst du über Frauen“, frage ich den
flotten Typen von etwa 25 Jahren, der vor
einem Denkmal sitzt. Verwirrtheit. War ich
zu offensiv? Ich warte, und da antwortet
er: „Eine Frau ist der Inbegriff des Lebens.“
Ist ja auch nicht ganz falsch, mal biologisch
betrachtet.
Ich beobachte die Frauen, die mir über den
Weg laufen und frage mich: Haben sie das
gleiche Bewusstsein? Also beschließe ich,
einfach nachzuforschen und frage eine
sympathische Blondine zur Einleitung
des Gespräches nach dem Weg zu einem
(am besten ihrem) Frisör. Welch‘ Zufall,
sie muss in dieselbe Richtung. Ich möchte
wissen, wie die Blondine ihre Rolle als Frau
versteht, und wie die Gesellschaft in Polen
das sieht. Sie ist frustriert vom Rollenverhalten. „Die Frau soll immer hinterm
Herd stehen und Hausfrau und Mutter
spielen! In Deutschland sind die Frauen
viel emanzipierter. Das ist gut, aber hier
ändert sich das auch langsam.“ Ja, denke
ich mir, wenn ich ungekämmt und im
Schlabberpulli als Emanze bewundert
werde, soll mir das nur Recht sein.
Das ist interessant. Ich werde mich mal
ein bisschen umhorchen. Weitere Befragte
werden schon spezieller. „Sie muss was im
Kopf haben“, erklärt mir ein Zwei-MeterMensch mit Hornbrille. Mein nächster
Kandidat scheint diese Ansicht zu teilen.
Zwei Stunden später: Ich verlasse mit
emanzipiert kurzen Haaren den Frisörsalon. Da entdecke ich zwei sympathische
junge Männer. Mutig gehe ich auf die
Jungs zu und erkundige mich nach ihrer
Traumfrau – natürlich nicht ohne die Zu-
satzinformation, dass ich eine Umfrage
zum Thema „Rolle der Frau in Polen“
mache. Intelligent, das hatten wir doch
schon mal. Außerdem bitte sensibel, findet
der große, besser aussehende, Leichtathlet.
Ich überdenke das kurz und finde, dass ich
das gewiss erfülle. Dann schiebt der andere
Typ nach, eine Frau müsse natürlich auch
gut aussehen. Beide gehen weiter.
Ich schnappe mir zur Bekräftigung dieser
Aussagen einen Jungen, dessen Erscheinung mich unwillkürlich an meinen
fetten Cousin in Amerika erinnert. Die
Pause zwischen meiner Frage und seiner Antwort zieht sich unangenehm
lange hin. Ich glaube fast, er hat meine
Frage falsch verstanden. Es ist immerhin
gewagt, das andere Geschlecht derart direkt herauszufordern. Da holt der Kerl
plötzlich Luft und lässt mich wissen: „In
diesem Moment hasse ich Frauen.“ Ich sehe
ihn verwundert an. Er könnte auf Männer
stehen. „Leben mit Frauen ist kompliziert.“
Ich belasse es dabei.
Mein letztes Opfer muntert mich wieder
auf: „Ich liebe Frauen!“ Wunderbar! Wie
anspruchslos! Ich hake gleich nach (so was
lasse ich mir gerne ausführen). „Schwer zu
sagen. Ich glaube, es liegt am Unterschied
zwischen Mann und Frau.“
MIRJAM MASIOR (18)
GENERATION POLO << 41
42 >> GENERATION POLO
GENERATION POLO << 43
Deutsch-Polnischer Jugendpresse-Workshop in Krakau, 11. - 21.10.2004
Polsko-Niemieckie Warsztaty Młodych Dziennikarzy w Krakowie, 11. - 21.10.2004
44 >> GENERATION POLO